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Vereinsbefragung: Keine Probleme mit Migranten

Fussball ist ein Sport der Migrantinnen und Migranten – zumindest in der Schweiz. Gemäss einer noch unpublizierten Vereinsbefragung des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) haben 96 Prozent aller 1440 Fussballvereine in der Schweiz Mitglieder mit Migrationshintergrund in ihren Reihen. Mehr als zwei Drittel aller Schweizer Fussballclubs haben zudem mindestens 10 Prozent Spieler, die einen Migrationshintergrund haben. «Die Fussballvereine leisten einen grossen Beitrag zur Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund», heisst es in der Vereinsbefragung, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden soll. Auszüge des Berichts liegen der SonntagsZeitung vor.

In der Tendenz ist der Anteil von Migranten in Deutschschweizer, städtischen sowie Grossvereinen mit über 300 Mitgliedern höher als anderswo. Laut der Befragung gibt es aber auch viele Kleinvereine sowie Vereine mit einem kleinen Kinder- und Jugendanteil, die einen Migrantenanteil von mehr als 75 Prozent haben. Nicht ausgewertet wurde indessen, wie gross der Anteil der Migranten unter sämtlichen 283 000 Aktivmitgliedern im Schweizer Fussball ist. Frühere Befragungen kamen auf 40 Prozent Migrantenanteil. Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert mittlerweile zugenommen hat.

Die Befragung zeigt auch, dass sich die Fussballvereine von ihrem nationalen Dachverband mehr Unterstützung bei der Integration von Migranten wünschen. Mehr als jeder fünfte Verein gab dies an – insgesamt 317 Vereine. Bei einer früheren Umfrage, die 2013 veröffentlicht wurde, war die fehlende Unterstützung noch kein Thema gewesen.

Ebenfalls Teil der aktuellen Befragung ist ein Sorgenbarometer mit den sieben Themenkomplexen «Mitgliedergewinnung/-bindung», «Nachwuchs», «Mitarbeiter/Ehrenamt», «Finanzen», «Infrastruktur», «Konkurrenz» sowie «Ethik, Unfälle, Gewalt».

Demnach haben die Schweizer Fussballvereine vor allem Probleme, Trainerinnen und Trainer zu finden. Auch haben sie zunehmend Schwierigkeiten, andere Ämter und Funktionen zu besetzen – weil die Aufgaben immer komplexer werden. 60 Prozent aller Vereine gaben darüber hinaus an, entweder über eine zu kleine oder über eine unzureichende Infrastruktur zu verfügen. Auch wegen dieser Kapa­zitätsengpässe haben inzwischen 11 Prozent aller Vereine einen Aufnahmestopp von Kindern und Jugendlichen verfügt.

Der Themenkomplex «Ethik, Unfälle, Gewalt» erreichte im Sorgenbarometer den tiefsten Wert.

Dominik Balmer

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