Zum Hauptinhalt springen

«Wir nutzen die Tiere ohne Hemmungen für unsere Zwecke aus»

Die Reaktionen der Leser.

Steinadler als Drohnenfänger? «Tiere sollen mit uns – nicht für uns – auf der Erde sein», schreibt Renato Werndli aus Eichberg SG. Foto: Yvain Genevay
Steinadler als Drohnenfänger? «Tiere sollen mit uns – nicht für uns – auf der Erde sein», schreibt Renato Werndli aus Eichberg SG. Foto: Yvain Genevay
Keystone

Effiziente Gesetzgebung statt effizienter Verfahren

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Ihrem Editorial ist nichts hinzuzufügen, ausser: Haben Sie sich schon einmal mit einem Baumeister, einem Hersteller einer grösseren, technischen Anlage oder einem ­Ingenieur darüber unterhalten, was die Vorschriftenflut der letzten Jahre in diesen Bereichen bewirkt hat? Selbstverständlich gibt es auch sinnvolle neue Vorschriften. ­Leider fehlt aber der Kontakt der Gesetzgeber zu den Leuten, die nachher «draussen» sind und diese Vorschriften umsetzen und den Kunden erklären müssen.Urs Frischknecht, Gelterkinden BL

Ja zum Schweizer Islam – Nein zur Kirchensteuer

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

SP-Präsident Levrat fordert einen «schweizerischen Islam» und greift damit christlich-europäische Geschichte und Werte an. Was liefe wohl in der Türkei ab, wenn eine christliche Partei dort Schulen, Kirchen oder eigene Friedhöfe fordern würde? Türkischer Islam, türkische Kultur und Sprache sind und ­werden hierzulande nie identitätsstiftend und kulturprägend sein.Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Unsere Logik von Integration – und wie sie gefördert werden könnte – steht dem Denken im Islam diametral gegenüber. Sollten da nicht die Alarmglocken klingeln, wenn man im «Schweiz-Teil» derselben SonntagsZeitung liest, wie bereits Primarschüler zum Ramadan erzogen werden, es «cool» ­finden und sich gegenseitig dazu anspornen, obwohl im Koran unter 14-jährige Kinder klar als Ausnahme benannt werden? Die Islam­expertin Saïda Keller-Messahli ­bezeichnet es als «besorgniserregend», dass in Europa der Ramadan viel extremer ausgelegt wird als in muslimischen Ländern. Und das bezieht sich nicht nur auf Teilaspekte des Islam, sondern auf die ganze Haltung und Lebensweise. Jene, die jetzt so gutgläubig diese Idee von Christian Levrat unterstützen, öffnen damit dem Fuchs die Tore zum Hühnerhof, servieren mit der Finanzierung sogar ein üppiges Mahl. Wenn dereinst ­Federn fliegen, werden sie lauthals wehklagen.Ljiljana von Ziegler, Beinwil am See AG

Ist es wirklich notwendig, dass wir uns in allen Belangen dem Islam anbiedern? Müssen wir eine uns fremde Religion unseren Religionen gleichgestellt sehen? Diese ­Islampolitik geht zu weit.Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Fundamentalistische Muslime legen den Koran so aus: Auf Ehebruch von Frauen steht Steinigung. Sex vor der Ehe wird mit Peitschenhieben und Landesverweis bestraft. Ebenfalls zieht Alkoholkonsum Peitschenhiebe nach sich. Und die Amputation der Hand gilt für erwischte Diebe. Raubüberfall kostet einen Fuss und eine Hand. Abfallen vom Koran bedeutet Todesstrafe. Wie auch immer: Selbst der gemässigte Islam macht es «nötig», dass etwa in Deutschland Verstösse gegen das Recht bereits nach zwei Gerichtsbarkeiten abgeurteilt werden: nach europäischem, also deutschem Recht, und nach islamischem Recht. Damit wird selbstverständlich die Büchse der Pandora geöffnet. Denn es kann nicht sein, dass der Rechtskodex eines Landes unterschiedlich angewandt wird. Etwas, das in islamischen Ländern absolut undenkbar wäre.Lukas Zingg, Binningen BL

Die Sozialdemokraten und Ihr Präsident Christian Levrat – der im Artikel zitiert wird – verlangen in einem offiziellen Diskussionspapier «das Recht auf staatliche Anerkennung für muslimische Glaubensgemeinschaften» (nachfolgend «Anerkennung») und einen «Schweizer Islam». Diese Forderung nach Anerkennung begründet Christian Levrat mit der «Einhaltung der Grundrechte und dem Diskriminierungsverbot». Warum die SP diese Forderung nicht auf alle Glaubensgemeinschaften ausdehnt, wie es das Gebot der Gleichbehandlung gebieten würde, ist unklar. Offenkundig ist jedoch Christian Levrats Rechtfertigung für die einseitige Bevorzugung der muslimischen Glaubensgemeinschaften: «Der Weg zur Anerkennung soll [...] die Integration der Muslime in die Gesellschaft erreichen». Zuvor hat es allerdings geheissen, es sei «unbestritten, dass die Anerkennung nur [...] als Folge einer Integration in die Schweizer Gesellschaftsordnung möglich sein soll». Unabhängig von der den beiden obigen Aussagen inhärenten Widersprüchlichkeit stellen sich im Zusammenhang mit der Anerkennung und Integration der Muslime zwei Fragen: Erstens, ob die Anerkennung eine zwingende Voraussetzung für die Integration ist? Die Tatsache der vielen integrierten Muslime der Schweiz sagt klar: Nein! Zweitens, ob – bei gegebener Religionsfreiheit – die mangelnde Anerkennung der selbst gewählten Religion einen hinreichenden Grund für die Ablehnung der eigenen Integration bildet? Auch dies ist zu verneinen, da diese beiden Punkte eine diametral entgegengesetzte Stossrichtung haben: Die Religionsfreiheit ist ein individuales Abwehrrecht, während die Frage der Integration das Gebot der Beteiligung an der Zivilgesellschaft, deren Teil jeder einzelne ist, betrifft. Dies scheint auch Herr Levrat anzuerkennen, da er ansonsten ein Recht auf staatliche Anerkennung für alle Glaubensgemeinschaften hätte fordern müssen, was in einem Aufwasch hätte geschehen können. Die zweite Forderung Christian Levrats, wir bräuchten einen Schweizer Islam, ist aus zwei Gründen abzulehnen. Der erste Grund ist, dass es diesen ebenso wenig geben kann wie ein Schweizer Christentum, Hinduismus, Judentum etc. Der zweite Grund ist, dass unsere Gesellschaft als Ganzes keine Religion brauchen (im Sinne von nötig haben) darf, da wir ihr jede allgemein verbindliche Regelungskompetenz absprechen. Nur die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft können Religion für sich brauchen (verstanden im Sinne von verwenden): Sie beziehen von Ihnen moralisch-ethische Denk- und Verhaltensregeln und Antworten auf – aus ihrer subjektiven Sicht – sonst nicht beantwortbare Fragen. Das Verhältnis von einer Religion zu unserer Gesellschaft ist, dass eine Religion toleriert wird. Toleriert unter der Bedingung, dass eine Religion unsere Rechts- und Werteordnung akzeptiert und sich beiden unterordnet. Einen «Schweizer Islam» würden wir nur unter der der – hoffentlich – irrigen Annahme «brauchen», dass es keine islamische Glaubensgemeinschaft gäbe, die willens wäre, sich unserer Rechts- und Werteordnung zu unterstellen. Wenn dies der Fall wäre, würde jedoch bereits die Unterstellung des Islams unter die Religionsfreiheit scheitern. Was wir betreffend Islam zum Erhalt unserer Gesellschaft brauchen ist Folgendes: Wir müssen allen Glaubensgemeinschaften, unabhängig von der Religion, die gleichen Rechte zuweisen und von ihnen dieselben Pflichten einfordern. Wir müssen keine Glaubensgemeinschaft lieben, falls sich diese jedoch unserer Rechts- und Werteordnung unterstellt müssen wir sie tolerieren. Den Glaubensgemeinschaften und ihren Mitgliedern, die sich nicht an unsere Regeln halten und müssen wir unmissverständlich sagen: «Euer Verhalten wird nicht toleriert, ändert dieses Verhalten! Falls Ihr es nicht ändern wollt, geht an einen Ort wo dieses Verhalten toleriert wird!»Rainer Baum, Burgdorf BE

«Die FDP ist mir zu elitär und opportunistisch geworden»

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Als langjähriger Abonnent der SonntagsZeitung hat mich lange nichts so erfreut wie dieses Interview mit Rolf Dörig. Sie haben die Fragen gestellt, die einen Leser interessieren. Und Rolf Dörig hat die ausgewogenen und klarstellenden Antworten gegeben. Eine Zeitung bringt den Mut auf, brennende Fragen zu stellen, und der Interviewte scheut sich auch nicht, klar Stellung zu beziehen. Es ist eigentlich bedauerlich, dass Sie einem ausgewiesenen Topmanager der Schweizer Wirtschaft ein Forum bieten müssen, weil die Politik die Wirtschaft in bestimmten Aspekten nur begrenzt ernst nimmt. Die wichtigen Argumente, die Rolf Dörig bringt, sollten einige der Verantwortlichen in der Politik zum Nachdenken bringen.Norbert Stoller, Kilchberg ZH

Rolf Dörig hat recht, wenn er sagt, die Schweiz sei überakademisiert. Herausforderung erkannt, und was tun? Das duale Bildungssystem der Schweiz wird zu Recht immer wieder als gewichtige Errungenschaft bezeichnet, doch faktisch wird die Berufslehre von der Politik nach wie vor nicht gleichwertig behandelt. Dies kann mit Blick auf die Zusammensetzung des Parlamentes nicht überraschen: Die Akademikerquote liegt bei rund zwei Dritteln. Insofern ist es wenig überraschend, dass die Berufslehre in der politischen Ausgestaltung nach wie vor nicht gleichberechtigt ist. Schöne Worte alleine reichen effektiv nicht aus.Pascal Merz, Sursee LU

Luftwaffe im Federkleid

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Super, wenn das System Schule macht. Langsam, aber sicher reicht es mit den Drohnen. Je länger, desto mehr sehen wir nur noch diese Dinger in der Luft. Ich habe nichts dagegen, wenn Drohnen etwa zur Verbrechensbekämpfung oder für Aufnahmen von oben eingesetzt werden. Denn dann sind Profis am Werk, die wissen, wie man mit den Geräten umgeht. Alle anderen sollen mittels der geschulten Vögel vom Himmel genommen werden.Daniel Zollinger, Uster ZH

Steinadler als Drohnenfänger sind sicher kein riesiges Tierrechts­problem. Aber doch ein Parade­beispiel dafür, wie wir Menschen Tiere ohne Hemmungen für unsere Zwecke ausnutzen. Es zeigt unser pathologisches Verhältnis zu den Tieren, die nicht da sind, um uns zu dienen. Tiere sollen mit uns – nicht für uns – auf der Erde sein.Renato Werndli, Eichberg SG

«Wir sind Eidgenossen – müssen wir uns dafür schämen?»

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Hut ab vor Patrick Fischer, dafür, dass er im Gegensatz zu vielen Historikern unsere Geschichte und die Vorfahren, denen wir unsere gute Situation verdanken, nicht schlechtredet.Anton Ehrler, Unterägeri ZG

Alte Beizen machen dicht, neue gehen seltener auf

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Als hauptsächlich verantwortlich für das allgemeine Beizensterben sehe ich vor allem die krass zurückgehende Kaufkraft der durchschnittlichen Angestellten. Nicht die Preise sind zu hoch, sondern die Löhne im Verhältnis viel zu tief. War früher noch ein Feierabendbier ohne nachzudenken drin, rechnen sich die Leute heute aus, dass sie für den Preis von zwei Stangen in der Beiz ein Sixpack beim Grossverteiler kaufen können, das sie dann irgendwo auf einem Bänkli mit Freunden konsumieren. Den Menschen bleibt einfach nicht mehr so viel im Portemonnaie übrig wie früher.Denis Bernhardt, Basel

Vielen Restaurants in der Schweiz geht es schlecht. Das hat viel damit zu tun, dass die Angebote nicht den echten Kundenbedürfnissen angepasst wurden. Zum Beispiel ist der Menüplan oft noch fast derselbe wie vor 50 Jahren – nur die Preise steigen und steigen. Viele Schweizer fahren deshalb über die Grenze. Es gibt dort viele Restaurants, deren Parkplätze voller Autos mit Schweizer Nummern sind. Das liegt zwar auch am Preis, aber nicht nur. Wer Lust auf etwas Spezielles hat, bei dem spielt weder die Distanz noch der Preis die entscheidende Rolle. Also lieber nur 10 sehr gute als 50 mittelmässige Menüs anbieten. Lieber kleine, mittlere und grosse Teller zu 10, 15 und 20 Franken als nur eine grosse Portion. Diese ist völlig ungeeignet für viele ältere und auch ganz junge Menschen. Dasselbe beim Dessert. Wasser und Weine sollten nicht mehr als den dreifachen Ladenpreis kosten. Liebe Gastronomen: Der Kunde sollte euer Chef sein – nicht euer Vater, der euch das Restaurant übergeben hat.Richard Sieber, Rheineck SG

Die Migräne wegspritzen

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Die im Beitrag aufgeführten Behandlungsmöglichkeiten sind mit einer zusätzlichen Alternative zu erweitern: Kopfschmerzen und Migräne können häufig auch durch Hormonmangel oder Hormonungleichgewichte entstehen. Ein natürlicher Hormonausgleich kann für viele Geplagte bereits die Lösung sein. Dies ohne unerwünschte Nebenwirkungen und mit wenig Aufwand. Bei meiner täglichen Arbeit begegnen mir häufig von Kopfschmerz und Migräne geplagte Frauen, Jugendliche und gelegentlich auch Männer. Ein Beispiel einer Kundin: kurz bevor sie dem ärztlichen Vorschlag folgte, ihre Migräne mit Botox und Antidepressiva zu behandeln, wandte sie sich an die Hormonselbsthilfe. Sie berichtete, dass sie von langjährigen Migräneanfällen geplagt sei und fragte an, ihre Hormone testen zu lassen. Nach der Hormonspeicheltestauswertung zeigten sich verschiedene Mängel im Cortisol sowie im Geschlechtshormonbereich. Dieser Mangel kann in einem Hormonspeicheltest zu 100% festgestellt werden. Bei einer Blutuntersuchung bleibt dies unerkannt, da dort nicht die freien Hormone ersichtlich sind. Innert drei Monaten stellte sich mit der Hilfe eines Hormoncoachings und dem Einsatz von bioidentischen Hormonen (in Cremeform) eine komplette Linderung ein. Heute geht sie ihrer leidenschaftlichen, anspruchsvollen Arbeit als Dozentin wieder mit Leichtigkeit und Freude nach und kann ihren Kindern abends eine gesunde Mutter sein.Daniela Gort, Jona SG

Stalldichein mit Speck, Sixpack und Spitzen-BH

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Ich finde es absurd, mit Erotik für einen Beruf werben zu wollen, den Erotikauftritt gar als Zeichen von Modernität anzupreisen. Die Freunde erotischer Kalender müssen jedenfalls auch erotische Liveauftritte billigen, denn es geht ja jeweils darum, mit Nacktheit Kasse zu machen. Zur Diskussion: Welche legalen Auftritte vom Bauchtanz bis zum Strip sind in Ordnung, und wo schaden aktuelle/frühere Kalender- bzw. (bezahlte) Liveauftritte der Karriere?Christian Fuchs, Gutenstetten (D)

Politohr

SonntagsZeitung vom 27. 5. 2018

Ich finde es erfrischend, dass die SonntagsZeitung auch humoristische Artikel erscheinen lässt. Nach der unsäglichen No-Billag Initiative wäre das Ende der SRG angesagt, wenn Johann Schneider-Ammann dieses Amt annehmen würde. Nach dem ersten Schock hat mir dieser Artikel doch noch Freude bereitet und ich war immer ein Befürworter für das Rentenalter 65.Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch