Zum Hauptinhalt springen

«Ich bin die verrückte Amerikanerin, die mit allen spricht»

Donna Leon liebt Venedig – und sieht die Stadt untergehen. Ist die Bestsellerautorin daran mitschuldig?

Kia Vahland
«Ich wünsche mir ein Fege­feuer der Eitelkeiten»: Autorin Donna Leon. Foto: David Klammer (Laif)
«Ich wünsche mir ein Fege­feuer der Eitelkeiten»: Autorin Donna Leon. Foto: David Klammer (Laif)

Frau Leon, Ihre Bücher spielen in Venedig, Sie erzählen ausser von den Verbrechen auch von der Schönheit der Stadt. Warum leben Sie denn nicht mehr in Venedig, sondern hauptsächlich in der Schweiz?

Die Touristen erinnern mich an eine Herde Gnus, und ehrlich gesagt, wenn ich die in Tierfilmen sehe, wie sie alle zusammen einen Fluss überqueren, sympathisiere ich immer ein kleines bisschen mit den lauernden Krokodilen. Ich empfinde wie die Venezianer, Touristen stehen mir vor allem im Weg, etwa wenn ich im Sommer nur Brot kaufen gehen möchte und nicht mehr durch die Gassen komme. Dann bin ich versucht, schreckliche Dinge über Touristen zu sagen. Aber wenn ich sie in Schwierigkeiten sehe, kann ich nicht anders, als zu fragen: Darf ich Ihnen helfen? Sie haben ja immer diese gigantischen Gnu-Koffer und kommen damit nicht über die Brücken und Treppen. Die Touristen bringen mich in Konflikte. Sie sind nicht verantwortlich dafür, wieweit die Verwaltung der Stadt ihnen erlaubt, sich auszubreiten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen