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Leserreaktionen«Solange IV-Bezüger unter Generalverdacht gestellt werden, ändert sich nichts»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zu einer Studie, die zeigt, dass viele ehemalige IV-Bezüger in der Sozialhilfe landen.

Wer seine IV-Rente verliert, muss sich nach Jahren erstmals wieder um eine Stelle bewerben. (Symbolbild)
Wer seine IV-Rente verliert, muss sich nach Jahren erstmals wieder um eine Stelle bewerben. (Symbolbild)
Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)

Zu «Zu krank zum Arbeiten, zu gesund für die IV»

Ich finde, dass Menschen die vom RAV ausgesteuert sind eine Grundunterstützung nach SKOS-Richtlinien erhalten sollen, egal ob sie nun aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht mehr arbeiten können. Eine einzige Institution würde ausreichen, um das Hin- und Hergeschiebe von IV zur EL zur Sozialhilfe et cetera zu beenden. Menschen müssen in der Schweiz wohnen, Krankenkassen-Prämien bezahlen, Steuern entrichten und so weiter, egal ob ich arbeiten können oder nicht. Das würde auch den bürokratischen Aufwand für Atteste, Arztzeugnisse et cetera vermindern. Ursula Baldauf, Thun

IV-Rentner und insbesondere Menschen mit psychischen Erkrankungen sind dem System total ausgeliefert. Wie in dieser Zeitung bereits beschrieben wurde, haben Gefälligkeitsgutachten zu Gunsten der IV System. Auch werden IV-Bezüger in Massnahmen gedrängt, obwohl sie gar nicht in der Lage sind, diese durchzustehen. Solange sämtliche IV-Bezüger immer wieder unter Generalverdacht gestellt werden, ändert sich an dieser Praxis kaum etwas. Ich denke, dass die Betrugsquote nicht viel höher ist, als sonst bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln. Deshalb wären bei Verdachtsmomenten effizient durchgeführte Kontrollen das bessere Mittel zur Eindämmung der Kosten. Die Abschiebung aufs Sozialamt dient nur der Statistikbeschönigung. Onlinekommentar (gekürzt) von J. Schaerer

Die berufliche Integration der IV, wie sie es den Menschen suggeriert, ist doch ein Fake. Ich habe mit fast 57 Jahren meinen Job verloren und noch einen Hörrest von gerade mal 10 Prozent. Aber von so einem Staat kann man wohl kaum Hilfe erwarten. Ich habe 1000 Franken für Hörgeräte erhalten, für die ich fast 6000 Franken bezahlte. Das ist besser als früher, weil ich damals wohl das, was ich von der IV bekam, als Miliärpflichtersatz wieder dem Staat zahlen musste. Ich sparte eisern und da man fast ein schlechtes Gewissen haben muss, die IV um Hilfe zu fragen, werde ich mich im Sommer dieses Jahres aus dem Arbeitsleben verabschieden. Aber wenn es um die Bezahlung von Steuern geht, ist der Staat dann schnell zur Stelle. Onlinekommentar (gekürzt) von Pius Tschirky

Zum Leserbrief «Die Larifari-Politik braucht eine klare Linie»

Leserbriefschreiberin Karin Meyer aus Hünibach sei gesagt, dass viele Schweizerinnen und Schweizer mit der Handlungsweise des Bundesrates grundsätzlich zufrieden sind. Die totale Lockdown-Politik Deutschlands, welche Karin Meyer so sehr lobt, dient der Schweiz keinesfalls als Vorbild. Glücklicherweise ist der Schweizerische Weg abgeklärter und bedächtiger und das soll auch so bleiben. Angela Merkel ist sich als Ziehkind von Erich Honecker kommunistische Allüren gewohnt. Für die Schweiz war solches Ansinnen gottlob nie ein Thema und wird es auch niemals sein. Thomas Baumann, Linden

Zum Sturm aufs Capitol in Washington

Erschreckend; Präsident Trump fordert seine Anhänger zu Gewalt gegen die Demokratie auf; eine Schürung von Emotionen, die unzweifelhaft an die Vorgeschichte des Dritten Reiches erinnert. Nun wissen wir alle, dass viele Politiker unserer SVP seit Jahren mit diesem Präsidenten liebäugeln. Die Forderung der Stunde muss lauten: Die Exponenten der SVP distanzieren sich eindeutig und öffentlich von diesem Präsidenten, der keine Mittel scheut, die Demokratie mit Gewalt zu zerstören. Die Schweiz ist das Land, das eine Demokratie lebt, die weltweit als Vorbild gilt. Die SVP steht nun in der Pflicht, bevor hier Nachahmer Mut schöpfen. Peter Kammermann, Thun

Zu «Mehrere Betagte des Bellevue-Parks in Isolation»

Ich bin Bewohner des Bellevue-Parks und kenne die Verhältnisse. Den Artikel dieser Zeitung kann ich nicht unwidersprochen lassen, da ich der Meinung bin, er bringe etwas ans Tageslicht, das in allen andere Altersheimen auch anzutreffen wäre. Vom Bund angeordnete Verfügungen in einem Altersheim umzusetzen, wo hochbetagte Menschen nicht mehr nachvollziehen können, was von ihnen gefordert ist, ohne jemanden zu «vertäuben» ist praktisch unmöglich. Wenn unzufriedene Bewohner ihren Besuchern dann Vorkommnisse preisgeben und Reporter nach «Blick»-Art unter Namensnennung des Heimes solche Artikel schreiben, ohne sich bei anderen Heimen zu erkundigen, wie die Verhältnisse dort sind, so finde ich das mehr als nur verantwortungslos. Das Tertianum in Thun kämpft mit allen Mitteln gegen Corona. Unsere Leiterin und ihr Team arbeiten vorzüglich. Solche Negativmeldungen sind fehl am Platz. René Küffer, Thun

Zu «Berset will Gastro-Lockdown bis Ende Februar verlängern»

Es ist ist nicht nachvollziehbar, dass Restaurants, Fitnesscenter und so weiter noch einen Monat länger geschlossen bleiben müssen, nachdem viel Geld in die geforderten Massnahmen investiert wurden. Falls es viele Arbeitslose gäbe, würden sicher wir Steuerzahler zur Kasse gebeten. Susanna Hächler, Münchenbuchsee