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Mein Alltag und CoronaSo erleben wir die Krise

Wie verändert die Corona-Pandemie unseren Alltag? Userinnen und User erzählen.

Nikola Stosic
Stehen gelassen: Dieser Tennisplatz darf in diesen Tagen nicht bespielt werden.
Stehen gelassen: Dieser Tennisplatz darf in diesen Tagen nicht bespielt werden.
Martin Grundbacher, Gwatt

«Mein Alltag und Corona: Teilen Sie uns mit, was Sie bewegt und was Sie tun.» Dies der Aufruf im «Forum». Hier nun eine Auswahl an Zuschriften, welche die Redaktion erhalten hat.

«Ich kann dieser Zeit einiges abgewinnen. Ich gehöre vom Alter her fast zur Risikogruppe und bin freiwillig in Quarantäne. Nun habe ich mein altes Telefonbüchlein rausgesucht und mir vorgenommen, jeden Tag eine Person anzurufen, mit der ich lange keinen Kontakt hatte. Ich sprach zum Beispiel mit meiner ersten Freundin – wir hatten 40 Jahre lang nicht mehr zusammen gesprochen. Auch die ehemaligen Klassenkameraden versuche ich zu erreichen. Das sind sehr interessante Gespräche, über die ich viel nachdenke und die mir oft auch nahe gehen.»

Franz Zimmerli, Riggisberg

Hündchen Eloy muss sich noch an das ganze Social Distancing gewöhnen.
Hündchen Eloy muss sich noch an das ganze Social Distancing gewöhnen.
Claude Schlapbach, Thun

«Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dafür sorgen, dass wir das Lebensnotwendige einkaufen können, recht herzlich für Ihren Einsatz danken. Was ich bedaure, ist, dass wir keine Blumen einkaufen können. Blumen sind für viele in dieser schweren Zeit eine Freude, ein Aufsteller. Insbesondere gerade für ältere Leute.»

Marlise Lehmann, Hindelbank

«Wir (Ehepaar, 87 und 83 Jahre alt) kaufen momentan neu online ein. Nun heisst es, wir seien Hamsterer. Sollen wir denn jeden Tag einfach eine Flasche Wasser und zwei Äpfel bestellen? Wem soll das helfen?»

Marlise Heinen, Thun

«Über Vorsichtsmassnahmen und dass wir Alten zu Hause bleiben sollen, wird seit zwei Wochen jeden Tag berichtet. Aber darüber, was wir Alten zu Hause machen sollen, wird nichts gesagt! Ich kann zwar in der Landi und im Coop Nahrungsmittel einkaufen – aber in den Bereich Pflanzen oder Hobby, wo sich so oder so weniger Leute aufhalten, darf ich nicht. Ich sitze zu Hause und möchte gern meine Blumen umtopfen. Aber zu Pflanzenerde oder zu Töpfen komme ich nicht. Ich möchte basteln, aber zu Leim und Bastelmaterial komme ich nicht. Ich möchte etwas für die Enkelkinder bauen, aber zu Holz, Dübeln und Nägeln komme ich nicht. Ich bin eingesperrt, aber ich darf nichts machen. Soll ich in den nächsten Wochen einfach dasitzen und Zeitung lesen? Was mache ich in den anderen 15 Stunden, wenn ich die Zeitung gelesen habe?»

Hans Heinrich Fürer, Laupen

«Ich bin eingesperrt, aber ich darf nichts machen.»

Hans Heinrich Fürer, Laupen

«Es ist wichtig (gerade für Risikogruppen), den Tagesrhythmus beizubehalten. Wir stehen zur gewöhnten Zeit auf, frühstücken und gehen eine Stunde laufen auf abgelegenen Feldwegen. Dies zeigt uns wiederum die Qualität des Landlebens. Wir trainieren zu Hause und telefonieren mit unseren Freunden und schicken Bilder an unsere Kinder und Enkel. Es ist wunderschönes Wetter, und die Natur zeigt sich in schönen Farben! Wir wollen uns bewusst das Positive vor Augen führen! Einzig der Gedanke an ein Ausgehverbot bereitet Unbehagen, weil gerade die Natur mit ihren Farben und der Sonne eine wichtige Seelennahrung ist.»

Theres Schweizer, Kehrsatz

Das war einmal: Dieses Paar geniesst den Sonnenuntergang auf der Pantschau am Murtensee. Mittlerweile wurde der Platz wegen  des Coronavirus gesperrt.
Das war einmal: Dieses Paar geniesst den Sonnenuntergang auf der Pantschau am Murtensee. Mittlerweile wurde der Platz wegen des Coronavirus gesperrt.
Werner Zwahlen, Bern

«Wir gehören altersmässig zur Risikogruppe und sollten daher zu Hause bleiben, obwohl wir gesund sind. Doch heute sind wir mit dem Auto an den Murtensee gefahren und dort über eine Stunde an der Seepromenade spaziert. Es war am Vormittag menschenleer. Nach unserem gemütlichen Picknick aus dem Rucksack sind wir um 14 Uhr wieder heimgefahren. Jetzt soll mir jemand erklären, wie wir uns in einer solchen Umgebung mit dem Coronavirus anstecken könnten…»

Piero und Marianne Zanoni, Gümligen

«Es kann ja nicht sein, dass wir uns aus falschem Stolz nicht beim Einkaufen helfen lassen. Auch wenn mein Mann und ich noch bei ausgezeichneter Gesundheit sind, haben wir mit grosser Genugtuung von der Hilfsbereitschaft unserer Nachbarn, das heisst, von deren 15-jähriger Tochter, Gebrauch gemacht. Sie ging heute für uns einkaufen. Was mir allerdings zu denken gibt, ist ihre Aussage danach: In der Migros waren viele Leute beim Einkaufen, aber junge Leute wie sie nur etwa vier bis fünf. Der grosse Teil der Kundschaft gehörte eindeutig zur älteren Generation! Ja, und diese ältere Generation habe sie so kritisch und böse gemustert, dass sie in deren Gedanken lesen konnte.»

Lotti Blaser, Thun

«Es ist still geworden! Es ist, also ob die Welt ganz tief unten Luft holen muss, um zu überleben.»

Dorothea Walther, Bern

«Es ist still geworden! Es ist, also ob die Welt ganz tief unten Luft holen muss, um zu überleben.»

Dorothea Walther, Bern

«Wie schütze ich mich, wenn ich mit dem Einkaufswägeli einkaufen gehe, gegen das Coronavirus? Neben der Kommissionentasche und dem Geldbeutel nehme ich noch eine Rolle Frischhaltefolie von zu Hause mit. Ein Stück Folie auf die Handgriffe legen – und schon ist man geschützt! Nach dem Einkauf die Folie entsorgen.»

Hans Rudolf Kopp-Schüpbach, Grosshöchstetten

Die «Forum»-Redaktion bedankt sich bei allen Leserinnen und Lesern, die sich zum Thema geäussert haben. Leider konnten wir nicht sämtliche Zuschriften für diesen Beitrag berücksichtigen. Über das Erscheinen oder das Nichterscheinen sowie über Kürzungen einzelner Texte wird keine Korrespondenz geführt. Wir bitten um Ihr Verständnis.