Zum Hauptinhalt springen

Kaderplanung des SC LangenthalSimon Sterchi wechselt zum SC Bern

Langenthals Stürmer Simon Sterchi spielt in der nächsten Saison in der National League. Ob die beiden SCL-Ausländer bleiben. ist weiter unklar.

Langenthals Simon Sterchi (oben) wird in der nächsten Saison eine Liga weiter oben spielen.
Langenthals Simon Sterchi (oben) wird in der nächsten Saison eine Liga weiter oben spielen.
Foto: Marcel Bieri

Im Playoff und schon kurz zuvor kam Joey Benik plötzlich mit Dario Kummer und Vincenzo Küng zusammen auf Touren. Der US-Amerikaner kreierte Chancen, überzeugte mit cleveren Pässen und bildete so die Paradelinie des SC Langenthal. In fünf Playoffspielen sammelte er drei Assists und erzielte zwei Tore, einzig Kummer (drei Tore vier Assists) und Küng (zehn Assists) sammelten noch mehr Zähler in der entscheidenden Phase. Gleiches gelang Andrew Clark hingegen nicht. Der kanadische Center konnte zwar immerhin zwei Tore und zwei Assists verbuchen, hatte zugleich aber auch eine Minus-eins-Bilanz. Mit Stefan Tschannen und Simon Sterchi zusammen konnte der Kanadier die hoch gesteckten Erwartungen in einen Ausländer nicht erfüllen, einzig im letzten Spiel in Olten überzeugte das Trio.

Die wirklich entscheidende Phase fehlt nun aber bei der Beurteilung der Leistung. Das weiss auch Kevin Schläpfer, der vor Wochen davon sprach, erst nach dem Saisonende entscheiden zu wollen, ob die beiden Ausländer eine Zukunft beim SCL haben. «Natürlich ist das jetzt ein bisschen schwieriger. So oder so lassen wir uns bei dieser Entscheidung Zeit», sagt Langenthals Sportchef. Man sondiere den Markt und überprüfe, ob man für die gleichen Konditionen bessere Lösungen erhalte. «Es bringt aber auch nichts, jemanden zu verpflichten, der vielleicht fünf Punkte mehr produziert, dafür aber andere Probleme mitbringt.» Benik und Clark seien beide sehr geschätzt und gälten als Teamplayer, letztlich habe man gerade auch deswegen – als Team – über Olten in den Viertelfinals triumphieren können.

Mit der Saison zufrieden

Auch ohne die beiden Ausländerpositionen bereits festzulegen, hat Langenthal bereits jetzt ein solides Gerüst für das Eishockeyjahr 2020/21 beisammen. Ein solches sei auch in der vor einer Woche abgebrochenen Saison vorhanden gewesen. «Selbst in negativen Phasen konnten wir die Ruhe bewahren, weil die Schlüsselspieler wussten, dass wir im richtigen Moment bereit sein werden», erklärt Sportchef Schläpfer. Weil man darum herum mehrere junge Leute eingebaut hatte, habe man hin und wieder ein Auf und Ab erlebt, davon habe man aber auch ausgehen können. «Wir dürfen mit der Saison zufrieden sein», sagt Schläpfer. «Und die Playoff-Serie gegen Olten war dann schlichtweg überragend.»

Mit Marc Kämpf, der aus Bern zu seinem langjährigen Club zurückkehrt, wird dieser sogar noch gestärkt. «Er ist zweifellos unser Königstransfer», sagt Schläpfer. Daneben darf auch die Verpflichtung von Pascal Caminada hoch gewichtet werden. Er wird ebenfalls vom SCB zum SC Langenthal stossen und neben einem jungen Keeper das Torhüterduo anführen.

Sterchis grosse Chance

Den umgekehrten Weg wird derweil Simon Sterchi gehen. Auch wenn dies offiziell noch nicht bestätigt wurde, ist mittlerweile klar: Der 25-jährige Stürmer hat einen Einjahresvertrag bei den Stadtbernern unterschrieben. Der Flügel war in Langenthal bis zu einer durch eine Gehirnerschütterung erzwungenen Pause zeitweise der beste Spieler bei Gelb-Blau und trug sogar das Topscorer-Trikot. Sterchi verbuchte in 36 Qualifikationsspielen 36 Punkte. Der frühere SCB-Junior erhält damit die grosse Chance, sich doch noch in der National League durchzusetzen, nachdem ihm dies von 2012 bis 2016 bei den SCL Tigers nicht gelungen war. Sollte er in Bern nicht zum Einsatz kommen, wird er in der Swiss League für Visp spielen, im Dress von Langenthal wird man ihn nicht mehr sehen. Fraglich ist zudem der Verbleib von Tom Gerber, mit welchem die Oberaargauer derzeit verhandeln. Kaum bleiben dürfte hingegen Kelvin Walz, auch er hat bisher noch keinen Vertrag für die nächste Saison.