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Kulturfestival ohne Corona76’500 Besucher und kein Corona-Fall – eine «Sensation»

110 Aufführungen, Besucher aus 39 Ländern, 96 Prozent Auslastung und angeblich keine Corona-Ansteckung beim Publikum: So fällt die Bilanz der Salzburger Festspiele aus.

Es wurde gesungen und gespielt und es hat auch in Corona-Zeiten funktioniert: Szene aus dem Stück «Jedermann» an den Salzburger Festspielen.
Es wurde gesungen und gespielt und es hat auch in Corona-Zeiten funktioniert: Szene aus dem Stück «Jedermann» an den Salzburger Festspielen.
Leonhard Foeger (Reuters, 29. Juli 2020)

Die Salzburger Festspiele haben eine positive Bilanz des durch die Corona-Krise stark abgespeckten Festivals gezogen. Die Erwartungen des Direktoriums seien weit übertroffen worden, teilten die Festspiele mit. Das wegen des Coronavirus aufgelegte Sicherheitskonzept habe funktioniert.

«Dass bisher bei 1400 Mitwirkenden in der über zweimonatigen Vorbereitungs-, Proben- und Vorstellungszeit nur eine einzige Mitarbeiterin Anfang Juli infiziert wurde und dass kein einziger Fall unter den 76 500 Besuchern gemeldet wurde, ist eine Sensation», meinte der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz. Die 110 Aufführungen hätten eine Auslastung von 96 Prozent gehabt.

Jeder zweite Platz durfte besetzt werden: Schachbrettartige Sitzordnung im Grossen Festspielhaus.
Jeder zweite Platz durfte besetzt werden: Schachbrettartige Sitzordnung im Grossen Festspielhaus.
Foto: Keystone/APA/Barbara Gindl

Die Einnahmen betrügen 8,7 Millionen Euro, was rund 9,4 Millionen Franken entspricht. Die Treue hielten vor allem die Stammgäste: Gut zwei Drittel aller verkauften Karten gingen an diese Gruppe. Das Publikum kam aus 39 Ländern.

Vorbild für weitere Festivals?

Das strenge Sicherheitskonzept habe international grosse Beachtung gefunden, erklärte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Intendant Markus Hinterhäuser sagte: «So wird das Signal, das von Salzburg ausgeht, das stärkste, vitalste und wesentlichste sein, das man an die Welt senden kann.»

Insgesamt wurden im Rahmen des Sicherheitskonzepts rund 3600 Corona-Tests gemacht, darunter etwa 1000 noch am Wohnort der Künstler und temporären Mitarbeiter, 2355 Routine-Tests von Personen, die den Sicherheitsabstand nicht einhalten konnten und 154 Tests aufgrund eines Verdachts.

Anlässlich des 100-Jahr-Jubliäums des weltgrössten Musik- und Theaterfestivals wird erstmals eine Kinoreihe, die zehn Sternstunden der Salzburger Festspiele in Kinos in Österreich, Deutschland und der Schweiz präsentieren. Den Auftakt macht am 24. und 25. Oktober 2020 die legendäre «La Traviata» mit Anna Netrebko und Rolando Villazón aus dem Jahr 2005.

Der Schweizer Regisseur Milo Rau vor Beginn der Fotoprobe zum Stück «Everywoman», das am 19. August 2020 in Salzburg uraufgeführt wurde.
Der Schweizer Regisseur Milo Rau vor Beginn der Fotoprobe zum Stück «Everywoman», das am 19. August 2020 in Salzburg uraufgeführt wurde.
Foto: Keystone

SDA

84 Kommentare
    XRichard

    Da alle diese Tests erwiesenermaßen zu einem geringen Prozentsatz auch falsch-negative und falsch-positive Resultate liefern, ist dieses Resultat unglaubwürdig. Da nicht einmal 5% getestet wurden, ist dieser Befund ohnehin nicht repräsentativ. Kommt noch hinzu, dass laut BAG der Nachweis von RNA noch nicht auf einen infektiösen Erreger schliessen lässt.