Zum Hauptinhalt springen

USR III: Was beim Nein auf dem Spiel steht

Bei einem Nein zur Unternehmenssteuerreform III könnte die Schweiz innerhalb von drei Jahren bis zu 194 000 Arbeitsplätze verlieren. Zu diesem Schluss kommt das Forschungsinstitut BAK Basel in einer Studie.

Wenn die Schweiz die Steuerreform nicht umsetzt, dürften laut BAK Basel längerfristig auch in der Pharmaindustrie viele Stellen verloren gehen.
Wenn die Schweiz die Steuerreform nicht umsetzt, dürften laut BAK Basel längerfristig auch in der Pharmaindustrie viele Stellen verloren gehen.
Keystone

Was geschieht bei einem Ja zur Unternehmenssteuerreform III? Kommt es zu riesigen Steuerausfällen und damit verbundenen Sparmassnahmen der öffentlichen Hand, unter denen die Bevölkerung leidet? Oder sichert das attraktive Steuerklima im Gegenteil langfristigen Wohlstand für alle, wie die Befür­worter betonen? Exakte Prognosen sind nicht möglich, da zu ­viele Faktoren unbekannt sind. Allgemeine Aussagen bleiben Wunschdenken, da sich die Ausgangslage von Kanton zu Kanton unterscheidet. Gestern legte das Forschungsinstitut BAK Basel neue Untersuchungsergebnisse vor, welche die These der Befürworter stützen. Auftraggeber der Studie ist der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

Der Worst Case

BAK Basel versuchte nicht anhand von Annahmen Prognosen zu berechnen. Stattdessen berechnete das Institut in verschiedenen Szenarien die schlimmstmöglichen Folgen. Die Resultate zeigen also, was für die Schweiz bei einem Nein im schlechtesten Fall auf dem Spiel steht. Im Fokus stehen dabei die wirtschaftlichen Folgen unabhängig von Firmensteuern.

Mit der Unternehmenssteuerreform III sollen international umstrittene Steuerprivilegien für bestimmte Gesellschaftsformen wie Holdings abgeschafft werden. Damit diese Firmen aufgrund einer deutlich höheren Steuerbelastung nicht wegziehen, sollen mit der Reform neue Erleichterungen eingeführt werden. Vor allem bei den «hoch mobilen» Firmen wird eine Abwanderung befürchtet. Dazu zählen Briefkastenfirmen, die wegen der tiefen Steuern in der Schweiz einen Sitz haben, aber wenig Personal beschäftigen.

Nach der Rechnung von BAK Basel droht kurzfristig – innerhalb von einem bis drei Jahren – allein bei diesen Firmen ein Verlust von bis zu 194 000 Stellen. Bei den Sozialversicherungen können die Einnahmen um bis zu 5,1 Milliarden Franken sinken. Und bei den Einkommenssteuern könnte es ein Minus von total 2,7 Milliarden geben. Michael Grass von BAK Basel räumt ein, dass nicht alle Firmen sofort abwandern würden. Doch er geht davon aus, dass Konzerne in der Schweiz weniger investierten und Unternehmensteile ins Ausland verlagerten oder in einem weiteren Schritt den Sitz ins Ausland verlegten.

Um auch die langfristigen Folgen bei einem Nein zur USR III abzuschätzen, gingen die Studienautoren davon aus, dass zusätzlich zu den «hoch mobilen» Firmen auch «innovationsintensive» Unternehmen abwandern würden. Gemeint sind damit insbesondere jene aus der Pharma-, der Flugzeug- und der Maschinenbaubranche.

Langfristig bis 848 000 Stellen

Die Ergebnisse des Modells zeigen, dass in diesem Fall – also bei Abwanderung der hoch mobilen und der innovationsintensiven Unternehmen – langfristig eine Wertschöpfung von 160 Milliarden Franken und 848 000 Stellen gefährdet wären. Die Zahlen zur Wertschöpfung basieren jedoch auf mathematischen Berechnungen, die gemäss dem Fazit der Studie nicht eins zu eins in die Realität übertragen werden ­können.

Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse, betonte vor den Medien auch die «einmalige Chance, den Hightech- und Innovationsstandort Schweiz zu stärken.» Davon sei bisher viel zu wenig die Rede gewesen. Bei einem Ja würden jene Firmen gestärkt, die in der Schweiz forschen, neue Innovationen hervorbringen und zukunftsträchtige Arbeitsplätze schaffen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch