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Zürcher Regierungsrat Martin Graf abgewählt

Desaster für den Grünen Martin Graf. Er ist nicht mehr im Regierungsrat vertreten. Bei den Kantonsratswahlen ist die FDP grosse Gewinnerin.

Der neue Regierungsrat (v.l.): Markus Kägi, Ernst Stocker, Thomas Heiniger, Carmen Walker Späh, Jacqueline Fehr, Silvia Steiner und Mario Fehr.
Der neue Regierungsrat (v.l.): Markus Kägi, Ernst Stocker, Thomas Heiniger, Carmen Walker Späh, Jacqueline Fehr, Silvia Steiner und Mario Fehr.
Sabina Bobst
An der frischen Luft: Journalisten warten auf Wahlsieger und -verlierer und ihren entsprechenden Einsatz.
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Sabina Bobst
Gewagte Kombination: Werbungen zur Wiederwahl einer Kantonsrätin und zur Vermietung von Pferdeboxen in Bassersdorf.
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Walter Bieri, Keystone
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Der Zürcher Regierungsrat Martin Graf (Grüne) ist abgewählt worden. Der Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern erreichte zwar das absolute Mehr, schied aber als Überzähliger aus. Wieder in der Regierung ist die CVP, die ihren vor vier Jahren verlorenen Sitz mit Silvia Steiner zurückeroberte.

Komfortabel gewählt wurden am Sonntag die vier bisherigen Regierungsräte Thomas Heiniger (FDP), Mario Fehr (SP), Ernst Stocker (SVP) und Markus Kägi (SVP). Heiniger erreichte den ersten Platz mit 149'789 Stimmen. Auf den zweiten Platz kam Fehr mit 145'658 Stimmen gefolgt von Stocker mit 144'351 Stimmen und Kägi mit 135'764 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag gemäss Statistischem Amt des Kantons Zürich bei 31,3 Prozent.

Bis fast zuletzt spannend blieb es bei den weiteren drei Sitzen des siebenköpfigen Gremiums. Um 16.45 Uhr war es dann klar. Gewählt wurden Silvia Steiner (CVP) mit 117'799 Stimmen, Carmen Walker Späh (FDP) mit 115'463 Stimmen und Jacqueline Fehr (SP) mit 115'149 Stimmen.

Die CVP zieht damit wieder in die Regierung, nachdem bei den Erneuerungswahlen vor vier Jahren CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein abgewählt worden war. Statt Hollenstein schaffte es damals Martin Graf in die Regierung.

Den grünen Regierungsrat Martin Graf ereilte das gleiche Schicksal: Er erreichte zwar mit 109'191 Stimmen das absolute Mehr von 90'428 Stimmen, schied aber als Überzähliger aus.

Der Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern dürfte hauptsächlich über sein ungeschicktes Agieren im Fall des jugendlichen Straftäters «Carlos» gestolpert sein, der wegen einer teuren Sonderbehandlung national für Schlagzeilen gesorgt hat.

FDP legt nach Durststrecke wieder zu

Die FDP ist die grosse Gewinnerin der Zürcher Kantonsratswahlen. Die FDP legt nach fünf Rückschlagen in Folge seit 1995 wieder zu und zwar laut neuester Hochrechnung gleich um 10 Mandate. Die grossen Verliererinnen sind Grünliberale und Grüne, denen je 6 Sitzverluste vorausgesagt werden. Die Freisinnigen bleiben drittstärkste Kraft hinter der SVP (56 Sitze, 2) und SP (35 Sitze, wie bisher). FDP und SVP kommen gemäss der Hochrechnung auf 89 Sitze und verpassen damit die Mehrheit im 180-köpfigen Kantonsparlament nur knapp.

Je einen Sitzverlust vorausgesagt werden der CVP (neu 8) und der BDP (neu 5), je mit einem Sitzgewinn rechnen können EVP (neu 8) und EDU (neu 6). Die AL bleibt gemäss dem Statistischen Amt bei drei Mandaten. Die aktuelle Hochrechnung beruht auf 126 von 183 Gebieten.

Wenn sich die Tendenz bestätige, sei das sehr erfreulich, sagte FDP-Präsident Beat Walti im Hinblick auf die sich abzeichnenden Erfolge seiner Partei. «Wenn es so weitergeht, wird das ein solides Resultat.» Völlig anders als vor vier Jahren habe die Partei in diesem Wahlkampf gute Rückmeldungen von den Wählenden an der Front erhalten, sagte Walti. Am Schluss sei aber alles eine Frage der Mobilisierung.

Bei Proporzwahlen sei es immer eine Frage der Partei als Marke, sagte der FDP-Präsident. In der jetzigen Zeit mit viel Verunsicherung überlegten sich die Leute, woher der Wohlstand in der Schweiz komme. «Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen und für diese hat sich die FDP seit jeher eingesetzt.»

SDA/thu

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