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«Von einer solchen Reise ist ganz klar abzuraten»

Die beiden in Pakistan entführten Schweizer fuhren offenbar durch ein sehr gefährliches Gebiet. Sie könnten, so Experte Pietro Tilli, in die Hände der Taliban gefallen sein.

Zwei Schweizer sind am Freitag in der Provinz Belutschistan in Pakistan entführt worden. Wie stehen die Überlebenschancen, wenn man in Pakistan entführt wird? Bei früheren Entführungen gab es sehr wenige Fälle, in denen die Geiseln getötet wurden. Kidnapping in Pakistan endet meistens mit der Freilassung der Geiseln. Der US-Journalist Daniel Pearl wurde aus politischen Gründen ermordet. Und der polnische Geologe Piotr Stanczak wurde getötet, weil seine Regierung die Forderung der Entführer nicht akzeptierte. Der Uno-Mitarbeiter John Solecki, der ebenfalls in Belutschistan entführt worden war, wurde nach langen Verhandlungen freigelassen.

Sind solche Entführungen inPakistan meist politisch motiviert, oder geht es um Geld? Könnte das hier eine gegen die Schweiz gerichtete politische Entführung sein? Ich glaube nicht, dass hinter dieser Entführung politische Motive gegen die Schweiz stehen. Einem Kidnapping geht meistens eine Phase der Überwachung der Geiseln voran. Es kann also sein, dass die Entführer die beiden Schweizer schon verfolgt haben, als sie in Dera Ghazi Khan losgefahren sind. Möglich ist aber auch, dass sie in die Hände von Kriminellen geraten sind, die einen Teil des Gebiets um Loralai kontrollieren. Es gab politisch motivierte Entführungen in der Vergangenheit, etwa Daniel Pearl und John Solecki. Beim polnischen Geologen aber glaubt man, dass er von Kriminellen entführt wurde und dann an eine militante Gruppe weiterverkauft wurde, die die Freilassung inhaftierter Kämpfer forderte.

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