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Varone-Prozess geht erst 2013 weiter

Das Verfahren gegen Christian Varone wegen versuchtem Schmuggel eines archäologischen Steins ist erneut vertagt worden. Die FDP spricht dem Walliser Polizeikommandanten trotzdem ihr Vertrauen aus.

Trat im Kanton Wallis vor die Medien: Christian Varone. (3. August 2012)
Trat im Kanton Wallis vor die Medien: Christian Varone. (3. August 2012)
Reuters
Der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Christian Varone (2. v. r.), sein Bruder Patrick (2. v. l.), seine Frau Denise Varone (l.) und ein türkischer Polizist in Antalya. (1. August 2012)
Der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Christian Varone (2. v. r.), sein Bruder Patrick (2. v. l.), seine Frau Denise Varone (l.) und ein türkischer Polizist in Antalya. (1. August 2012)
Keystone
«Sehr froh, wieder in der Schweiz zu sein»: Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone beantwortet nach seiner Ankunft in Kloten Fragen von Journalisten. (1. August 2012)
«Sehr froh, wieder in der Schweiz zu sein»: Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone beantwortet nach seiner Ankunft in Kloten Fragen von Journalisten. (1. August 2012)
Keystone
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Der Prozess gegen den Walliser Polizeikommandanten Christian Varone vor einem türkischen Gericht in Antalya ist am Dienstag auf den 14. Februar 2013 verschoben worden. Varone wird versuchter Schmuggel eines archäologisch wertvollen Steins vorgeworfen.

Das Gericht beantragte zudem einen weiteren Bericht zur Beurteilung zweier Gutachten. Denn deren Schlussfolgerungen seien diametral entgegengesetzt, sagte Philippe Loretan, Varones Schweizer Anwalt, zur Nachrichtenagentur sda.

So werde im vierzeiligen «Gutachten» eines Kunsthistorikers der Stein als archäologisch wertvoll bezeichnet. Der Archäologieexperte hingegen komme in seinem vierseitigen Gutachten zum Schluss, dass es sich um einen gewöhnlichen Stein handle, der keinen archäologischen Wert habe, sagte Loretan weiter.

Anwältin möchte schnelles Urteil

Ausserdem hatte die türkische Anwältin von Varone ihre Verteidigungsschrift mit Erläuterungen ihres Schweizer Kollegen ergänzt. Darin wird erklärt, wie das Schweizer Recht den Umgang mit Kulturgütern regelt.

Die Anwältin erklärte dem Gericht zudem, wie wichtig ein schnelles Urteil für ihren Klienten sei. Aber natürlich werde sich die Justiz nicht der Agenda der Politik anpassen - und schon gar nicht jener eines anderen Landes, fügte Loretan an.

Selbst in der Schweiz bräuchte ein solches Verfahren seine Zeit. Schliesslich sei Varone erst vor gut vier Monaten verhaftet worden, sagte Loretan weiter. In einem Verfahren wegen Geschwindigkeitsübertretung beim Autofahren etwa könne man frühestens nach sechs Monaten mit einem Urteil rechnen.

FDP spricht Varone das Vertrauen aus

Varone bleibt trotz der Verschiebung des Prozesstermins weiterhin Kandidat der FDP für einen Sitz im Walliser Staatsrat. Die Parteileitung der FDP Wallis sprach Varone an einer Sitzung am Dienstagabend das Vertrauen aus.

Die Parteileitung habe einstimmig und ohne Enthaltung Christian Varone ihr Vertrauen ausgesprochen und die Nomination der FDP- Parteiversammlung vom 6. September bestätigt, teilte die FDP Wallis nach der Sitzung mit.

Die Verschiebung des Prozesses auf den 14. Februar 2013 bringt die Walliser Freisinnigen allerdings in die Bredouille. Zwischen einem möglichen Urteil in der Türkei und dem Wahltag vom 3. März 2013 liegen nach dem neusten Entscheid des türkischen Gerichts nun nur noch rund zwei Wochen.

Ende Juli in Antalya verhaftet

Varone war am 27. Juli in Antalya festgenommen worden, als er mit seiner Familie nach Türkei-Ferien die Heimreise antreten wollte. Flughafenbeamte hatten in seinem Gepäck einen Stein gefunden, der in der Folge als wertvolles antikes Säulenfragment definiert wurde und dessen Ausfuhr deshalb verboten war.

Der Polizeikommandant wurde in der Türkei wegen versuchten Schmuggels antiker Kulturgüter angeklagt. Der Prozessbeginn war ursprünglich auf den 25. September angesetzt. Das Gericht in Antalya vertagte den Prozess damals aber nach nur wenigen Minuten auf den 27. November.

SDA/mw

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