Unbekannte schänden im Elsass über 100 jüdische Gräber

In der Nähe von Strassburg sind auf 107 Gräbern eines jüdischen Friedhofs antisemitische Inschriften gefunden worden.

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Unbekannte haben im Elsass Gräber auf einem jüdischen Friedhof geschändet. Auf 107 Grabstätten des Friedhofs Westhoffen, rund 25 Kilometer von Strassburg entfernt, seien antisemitische Inschriften gefunden worden, teilte die Präfektur Bas-Rhin am Dienstag mit.

Auch auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde Schaffhouse-sur-Zorn seien am Dienstag antisemitische Graffiti entdeckt worden. Wie viele Gräber dort betroffen waren, war zunächst nicht bekannt.

Der Präfekt der Region Grand Est an der Grenze zu Deutschland, Jean-Luc Marx, verurteilte die Schändung der Gräber und sagte der jüdischen Gemeinde seine Unterstützung zu. Die feigen Handlungen des Hasses dürften nicht das Zusammenleben der Gesellschaft in Frage stellen, hiess es in einem Statement der Präfektur. Die Welle der antisemitischen, rassistischen und migrantenfeindlichen Handlungen, die die Region in den vergangenen Monaten getroffen habe, müsse bekämpft werden.

«Beleidigung der Werte»

Die «abscheulichen Taten» seien eine Beleidigung der Werte der Republik, schrieb Innenminister Christophe Castaner auf Twitter. Es werde alles getan, damit diese nicht ungestraft blieben. Die Gendarmerie sei im Einsatz, um die Täter zu finden, so Castaner.

Macron verurteilt Schändung

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Hakenkreuz-Schmierereien auf einem jüdischen Friedhof im Elsass scharf verurteilt. «Antisemitismus ist ein Verbrechen und wir werden ihn bekämpfen, in Westhoffen und überall, bis unsere Toten in Frieden ruhen können.»

Dies schrieb Macron am Dienstagabend im Onlinedienst Twitter. Zuvor hatte bereits Innenminister Christophe Castaner mitgeteilt, die «abscheulichen Taten» seien eine Beleidigung der Werte der Republik.

Die neuen Schmierereien reihen sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle im Elsass ein, die bereits Anfang des Jahres in Frankreich für Empörung gesorgt hatten. Auf dem jüdischen Friedhof von Quatzenheim, nordwestlich von Strassburg, hatten Unbekannte im Februar rund 80 Gräber mit Hakenkreuz-Schmierereien geschändet. Staatschef Emmanuel Macron besuchte nach dem Vorfall die kleine Gemeinde.

Im März wurde das Eingangsportal und eine Seitenwand einer ehemaligen Synagoge in der Gemeinde Mommenheim ebenfalls mit Hakenkreuzen bemalt entdeckt. Die Vorfälle lösten eine Debatte über zunehmenden Antisemitismus in Frankreich aus.

chk/sda

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