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Überparteiliches Komitee will die zweite Gotthardröhre

«Einen Kapazitätsausbau lehnen wir ab»: Das Komitee «Ja zum Sanierungstunnel am Gotthard» hat seine Argumente vorgestellt. Eine rollende Landstrasse als Alternative lehnen sie als «zu riskant» ab.

kle/mw
Streitfrage zweite Röhre: Autos fahren durch den Gotthardstrassentunnel. (11. August 2011)
Streitfrage zweite Röhre: Autos fahren durch den Gotthardstrassentunnel. (11. August 2011)

Das Komitee «Ja zum Sanierungstunnel am Gotthard» bringt sich in Stellung für die Diskussionen rund um die Sanierung des Strassentunnels. Es will «riskante Basteleien» verhindern und setzt sich für eine zweite Röhre ohne Kapazitätserweiterung ein.

«Ein Sanierungstunnel ist eindeutig die vernünftigste Lösung», sagte Ständerat Filippo Lombardi (FDP/TI) vor den Medien in Bern. Er gehört einem zehnköpfigen Komitee an, das sich für eine zweite Gotthardröhre einsetzt.

«Keine Alternative»

Für das Gremium ist klar: Es gibt keine vernünftige Alternative für den Bau eines zweiten Gotthard-Strassentunnels. Durch die neue Röhre würde nach der Fertigstellung der gesamte Verkehr geleitet, während der alte Gotthardtunnel saniert werden könnte.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden beide Tunnels benutzt, jedoch nur einspurig befahren. «Wir stehen zum Alpenschutzartikel und zur Verlagerungspolitik», sagte Lombardi. «Einen Kapazitätsausbau lehnen wir ab.»

Die geschätzten Kosten für diese Variante betragen gemäss Bundesrat total rund 2,8 Milliarden Franken.

Vier Varianten

Dieser hatte in einem Bericht vier verschiedene Varianten präsentiert: Den Bau eines neuen Tunnels oder drei Untervarianten einer Sanierung des alten Strassentunnels (Vollsperrung ohne Sommeröffnung, Vollsperrung mit langer Sommeröffnung und Vollsperrung mit kurzer Sommeröffnung). Insgesamt würde der Tunnel 980 Tage gesperrt sein.

Die Sperrung wollen die Mitglieder des Komitees verhindern. Damit würde insbesondere für den Kanton Tessin die einzige sichere Strassenverbindung gekappt, sagte etwa CVP-Nationalrat Fabio Regazzi. «Das stellt nicht nur für den Kanton Tessin ein grosses wirtschaftliches Problem dar. Die Firmen an der Nord-Süd-Achse sind auf die Verbindung angewiesen.»

Gleichzeitig würden massive Verkehrsprobleme auf die Kantone an der Gotthardroute selbst, aber auch auf andere Kantone zukommen. Der Graubündner CVP-Ständerat Stefan Engler erwartet etwa, dass ein grosser Teil des Verkehrs auf Umfahrungsrouten via Graubünden und Wallis ausweichen wird, wie er vor den Medien ausführte.

Rola statt Strasse

Allerdings gibt es Alternativen, den Verkehr trotzdem fliessen zu lassen: mit der Verlagerung auf die Schiene und temporären Verladestationen in Erstfeld und Biasca. Diese würden für die Zeit der Sperre auf- und danach wieder zurückgebaut. Wie die Komiteemitglieder vorrechnen, beliefen sich die Kosten für die Variante Kurz-Rola (kurze rollende Landstrasse für den Schwerverkehr und Autoverlad) auf rund 2 Milliarden Franken.

Dies sei eine wenig nachhaltige Investition, wie das Komitee «Ja zum Sanierungstunnel am Gotthard» findet. Zudem sei diese Variante technisch riskant und staatspolitisch für die nationale Einheit ein verheerendes Signal.

Zum Komitee gehören neben den oben erwähnten National- und Ständeräten die ehemalige Tessiner Staatsrätin Patrizia Pesenti (SP), der Urner alt Nationalrat und ehemalige FDP-Präsident Franz Steinegger sowie die Nationalräte Max Binder, (SVP/ZH), Olivier Français (FDP/VD), Kurt Fluri (FDP/SO) und Martin Landolt (BDP/GL) .

(SDA)

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