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Südostbahn greift nach der Gotthardstrecke

Womöglich Konkurrenz für die SBB am Gotthard: Die Schweizerische Südostbahn plant einen «Treno Gottardo» quer durch die Berge. Nun wurde das Konzept vorgestellt.

«Kleine, flexible Bahn, die wachsen möchte»: Zug der Schweizerischen Südostbahn im Bahnhof von St. Gallen. (6. Juni 2013)
«Kleine, flexible Bahn, die wachsen möchte»: Zug der Schweizerischen Südostbahn im Bahnhof von St. Gallen. (6. Juni 2013)
Keystone

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) will auf der Gotthardbergstrecke die SBB aus den Schienen werfen. Ihr Konzept sieht vor, nach der Eröffnung des Basistunnels stündlich von Arth-Goldau nach Lugano zu fahren und die historische Strecke touristisch zu vermarkten.

Die in St. Gallen ansässige SOB hat in Arth-Goldau SZ das Konzept «Treno Gottardo» vorgestellt. Ihr Netz kreuzt dort die Gotthardlinie. Die SOB sei eine kleine, flexible Bahn, die wachsen möchte, begründete Unternehmenssprecherin Ursel Kälin das Engagement.

Angebotskonzept erarbeitet

Die Privatbahn hatte bereits im letzten Sommer ihr Interesse an der Gotthardbergstrecke angemeldet. Die damals vorgelegte Machbarkeitsstudie wurde vom Bundesamt für Verkehr (BAV) aber als ungenügend bezeichnet. Fragezeichen setzte das Amt bei der Finanzierung und den Anschlüssen.

Die SOB sei nach reiflichen Überlegungen über die Bücher gegangen, teilte das Bahnunternehmen mit. Sie habe nun ein neues Angebotskonzept erarbeitet, das wirtschaftlich machbar sei, und dieses beim BAV und den betroffenen Kantonen eingereicht.

Nicht genügend Pendler

Das Konzet sieht nicht nur ein Grundangebot für die Pendler in den Kantonen Schwyz, Uri und Tessin vor, sondern auch die touristische Vermarktung der historischen Bahnstrecke und der Angebote entlang dieser. Für den wirtschaftlichen Betrieb reichten die Pendlerpotenziale allein nicht aus, schreibt die SOB.

Die SOB kann mit dem «Treno Gottardo» auf ihre Erfahrungen mit dem «Voralpen-Express» (St. Gallen-Arth-Goldau-Luzern) zurückgreifen. Bei diesem war es ihr gelungen, den klassischen Pendlerverkehr mit den Bedürfnissen des Freizeit- und Tourismusverkehrs zu verzahnen.

Die SOB hebt als Pluspunkt des «Treno Gottardo» hervor, dass es sich um eine Direktverbindung von Arth-Goldau (mit Anschlüssen von und nach Zürich und Luzern) nach Lugano handelt. In Göschenen soll es gute Verbindungen Richtung Andermatt, Surselva und Goms geben.

SBB möchte Tessiner S-Bahn verlängern

Mit dem Konzept «Treno Gottardo» greift die SOB die SBB an. Deren schon seit längerem bekanntes Konzept für die Bergstrecke sieht eine Verlängerung der Tessiner S-Bahn «Tilo» bis nach Erstfeld UR vor.

Das BAV konnte auf Anfrage zum SOB-Projekt noch keine inhaltliche Stellung beziehen. Es werde dieses nun genauer anschauen und mit den betroffenen Kantonen besprechen, sagte BAV-Sprecher Andreas Windlinger. Er gehe davon aus, dass das BAV bis im Mai eine Einschätzung abgeben könne.

Für den «Treno Gottardo» will die SOB Rollmaterial einsetzen, das mehr Qualität als eine S-Bahn bietet. Geplant sind Triebzüge, die einen offenen und durchgängigen Fahrgastraum haben. Die Züge sollen begleitet sein. Rollen soll der «Treno Gottardo» entweder aber der Eröffnung des Gotthardbasistunnels 2016 oder nach der Eröffnung des Ceneribasistunnels 2019.

SDA/ajk

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