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Strafverfahren gegen Arnold eingestellt

Football-Leaks-Dokumente zeigten auf, wie Fifa-Präsident Gianni Infantino seinen Freund, den Walliser Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold, mit wertvollen Einladungen zu Fifa-Anlässen beschenkt hat. Weil Arnold gleichzeitig für Infantino ein Treffen mit Bundesanwalt Michael Lauber einfädelte, wurde der Vorwurf der Bestechung laut. Sonderermittler Damian Graf kam nun zum Schluss, dass Arnold zwar «erhebliche, sozial unübliche Vorteile» erhalten habe, aber dennoch keine strafrechtlich relevanten Handlungen vorliegen. Denn die Beziehungen zwischen Infantino und Arnold seien rein privater Natur, ohne Bezug zum Amt Arnolds. Graf stellte das Strafverfahren am 10. April wieder ein.

Die Einstellungsverfügung enthält neue Details zur Affäre. Den Gesamtwert der Einladungen an Oberstaatsanwalt Arnold auf Kosten der Fifa hat Graf auf über 15'000 Franken berechnet, exklusive sieben unverkäuflicher VIP-Tickets für vier Spiele an der Fussball-WM 2018 in Russland. Mit eingerechnet sind hingegen über 5000 Franken für Hotelübernachtungen in Russland. ­Arnold hatte behauptet, er habe diese Übernachtungen selber bezahlt – was die Fifa gemäss Grafs Einstellungsverfügung «unmissverständlich» bestritt.

Weiter enthüllt die Verfügung, dass im Herbst 2018 vorgesehen war, Rinaldo Arnold zum Vize-Vorsitzenden einer Fifa-Kammer zu ernennen. Dieser Prozess sei schon weit fortgeschritten gewesen, dann aber nach den Football-Leaks-Enthüllungen gestoppt worden. Weil Arnold die Fifa-Geschenke steuerlich nicht deklariert hat, zeigte ihn Graf zudem wegen möglicher Hinterziehung der Schenkungssteuer an. Die Walliser Steuerverwaltung bestätigte dies. Ein Verfahren sei aber noch nicht eröffnet worden. ­Arnold reagierte gestern nicht auf Kontaktversuche. (bro)

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