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Spannende Ausgangslage bei Tessiner Kantonalwahlen

Die FDP will von der Lega ihren 2011 verlorenen zweiten Sitz in der Tessiner Regierung zurückholen. Oder können die grünen Populisten einen Sieg feiern?

Spannendes Rennen um die fünf Regierungssitze: Ein Mann läuft in Locarno TI an Wahlplakaten vorbei. (11. April 2015)
Spannendes Rennen um die fünf Regierungssitze: Ein Mann läuft in Locarno TI an Wahlplakaten vorbei. (11. April 2015)
Samuel Golay, Keystone

Im Kanton Tessin werden heute Regierung und Parlament neu gewählt. Heute stellen FDP, SP und CVP je einen Staatsrat in der fünfköpfigen Regierung, zwei Vertreter stellt die rechstpopulistische Lega dei Ticinesi. Die FDP hat ihren zweiten Sitz bei der letzten Wahl 2011 an die Lega verloren. Vier der fünf Regierungsmitglieder treten bei den Staatratswahlen wieder an. Einzig Laura Sadis (FDP), die Vorsteherin des Finanzdepartements, verzichtet auf eine neuerliche Kandidatur. Ihr Nachfolger soll Christian Vitta, der bisherige FDP-Fraktionschef im Grossen Rat, werden.

Für die Lega ist es die erste Wahl auf kantonaler Ebene nach dem Tod ihres Gründers Giuliano Bignasca im März 2013. Die zweitgrösste Partei im Parlament stellt zwei Staatsräte: Claudio Zali leitet das Departement für Raumplanung. Norman Gobbi stand in der vergangenen Legislaturperiode dem Departement der Institutionen vor.

Eloquenter Grünen-Chef

Auch der blinde Erziehungsdirektor Manuele Bertoli (SP) und Gesundheitsdirektor Paolo Beltraminelli (CVP) werden sehr wahrscheinlich wiedergewählt. Anspruch auf einen der fünf Regierungssitze haben auch die Grünen angemeldet. Der wortgewaltige Grünen-Chef Sergio Savoia rechnet sich Chancen auf einen Staatsratssitz aus, ebenso Fabio Regazzi (CVP), einer der acht Tessiner Nationalräte. Er soll der CVP einen zweiten Sitz in der Tessiner Regierung sichern.

Bis am frühen Abend werden die Ergebnisse der Staatsratswahlen erwartet. Die Ergebnisse für die 90 Sitze des Grossen Rates liegen erst am Montag vor. Die FDP war mit bisher 23 Sitzen die stärkste Fraktion vor der Lega mit 21 und der CVP mit 19 Sitzen.

Ermittlung wegen Wahlbetrugs

Gegen insgesamt sieben Personen wird wegen Verdachts auf Wahlbetrug ermittelt. Sie hatten im Internet ihre Wahlzettel für die kantonalen Wahlen zum Verkauf angeboten. Zuvor war nur von einer Person die Rede gewesen. Die Beteiligten seien befragt worden und die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung eröffnet, heisst es in einer Medienmitteilung der Kantonspolizei vom Freitag. Wahlbetrug kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden.

Die Wahlzettel, versehen mit «authentischer Unterschrift», wurden während einiger Stunden für 500 Franken auf der Anzeigenplattform Tutti.ch verkauft, wie die Tessiner Regierung mitgeteilt hatte. Anschliessend verschwand die Anzeige wieder.

SDA/thu

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