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Schweizer Pass für die Enkel?

Schiffbruch im Parlament für die Reform der Schweizer Einbürgerungspraxis. Migrations-Experten fordern nun die Wiederbelebung eines an der Urne gescheiterten Anliegens.

Raphaela Birrer
Hohe Hürden für den roten Pass: Ein Schweizer und ein deutscher Reisepass.
Hohe Hürden für den roten Pass: Ein Schweizer und ein deutscher Reisepass.
Keystone
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Zankapfel Schweizer Pass: National- und Ständerat werden sich partout nicht einig über die Revision des Bürgerrechtsgesetzes, das auf das Jahr 1952 datiert und entsprechend Reformbedarf hätte. Bereits zum dritten Mal hat sich die grosse Kammer heute mit der Vorlage befasst; sie beharrte auf ihrer härteren Haltung. Damit droht das Gesetz nun zu scheitern – und in der Einbürgerungspraxis bliebe alles beim Alten. Experten halten diese jedoch für nicht mehr zeitgemäss: «Das heutige Bürgerrechtsgesetz ist unübersichtlich und die Verfahrensabläufe sind kantonal uneinheitlich geregelt», sagt Alberto Achermann, Professor für Migrationsrecht an der Universität Bern. Gerade bei den im internationalen Vergleich langen Wohnsitzfristen ortet er dringenden Handlungsbedarf. Heute erhält den Schweizer Pass nur, wer seit mindestens 12 Jahre im Land lebt. Zudem gelten auch unterschiedlich lange Mindestaufenthaltsdauern in den Kantonen und Gemeinden. «Wenn jemand aus beruflichen Gründen mehrmals den Wohnort wechselt, wird ihm die Einbürgerung praktisch verunmöglicht. Das ist einer mobilen Gesellschaft in einem kleinräumigen Land nicht angemessen», gibt Achermann zu bedenken.

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