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Schweizer IKRK-Mitarbeiter in Libyen erschossen

In der Stadt Sirte ist der Leiter einer Unterdelegation des Roten Kreuzes ums Leben gekommen. Er wurde aus nächster Nähe in einem Auto getötet.

ajk

Das IKRK bestätigte in einer Mitteilung die Tötung ihres Mitarbeiters in Sirte, das etwa 450 Kilometer südöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis liegt. Der 42-jährige Michael Greub war Leiter der Unterdelegation des IKRK in der Küstenregion Misrata. Er arbeitete seit mehr als sieben Jahren für die Organisation und war für sie unter anderem im Irak, Sudan, Yemen und Gaza.

Der Angriff auf den IKRK-Delegierten sowie zwei Begleiter erfolgte, nachdem diese an einem Arbeitstreffen in Sirte teilgenommen hatten. Entgegen ersten Informationen seien die Rot-Kreuz-Mitarbeiter nicht auf dem Weg zu ihrem Fahrzeug, sondern im Auto beschossen worden, erklärte ein Sprecher der Organisation. Der Schweizer sei aus «allernächster Nähe» erschossen worden; er verstarb noch vor Ort. Die Begleiter hätten einen Schock erlitten, seien aber unverletzt geblieben. Die Hintergründe der Tat sind nicht bekannt.

Fahrzeug nicht gekennzeichnet

Der IKRK-Sprecher sagte weiter, dass das Auto der Helfer nicht als IKRK-Fahrzeug gekennzeichnet war. «Dies entspricht unseren Sicherheitsvorschriften für die Tätigkeit in Libyen. Es hatte dort zuvor schon Feindseligkeiten gegen Rot-Kreuz-Helfer gegeben, danach wurde angeordnet, dass unsere Autos nicht als solche erkennbar sein sollen.»

Die offizielle Schweiz reagierte «mit Konsternation und grosser Betroffenheit» auf den Tod des IKRK-Mitarbeiters. Bundespräsident Didier Burkhalter hat der Familie und den Angehörigen des Opfers sowie dem IKRK seine aufrichtige Anteilnahme und sein tiefes Mitgefühl ausgedrückt. Die Schweiz verurteile jeden Verstoss gegen das Humanitäre Völkerrecht und die humanitären Prinzipien mit grösster Entschlossenheit und rufe alle Konfliktparteien dazu auf, diese zu respektieren.

Rebellengruppen lassen sich nicht entwaffnen

Seit dem Bürgerkrieg 2011 und dem Sturz von Machthaber Muammar al-Ghadhafi ist es den libyschen Regierungen nicht gelungen, sich im gesamten Land Autorität zu verschaffen. Viele ehemalige Rebellengruppen verweigern ihre Entwaffnung und kämpfen zum Teil gegeneinander.

Zuletzt hat sich die Sicherheitslage im Land weiter verschlechtert, vor allem im Osten des Landes. Doch auch die Hauptstadt Tripolis ist von der Gewalt betroffen: So beschossen Unbekannte heute das Büro von Ministerpräsident Ahmed Maitik mit einer Panzerfaust. Maitik sei nicht in seinem Amtssitz gewesen, sagte einer seiner Berater, es sei niemand verletzt worden.

(sda/AFP)

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