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Schweizer gehen lieber ins Gefängnis statt Bussen zu zahlen

Die Strafanstalten sind stark ausgelastet. Trotz weniger Verurteilungen wurde ein neuer Rekord erreicht.

Ein Grossteil der Insassen sind Männer: Ein Inhaftierter im Jugendgefängnis Aux Léchaires VD. (16. Dezember 2013)
Ein Grossteil der Insassen sind Männer: Ein Inhaftierter im Jugendgefängnis Aux Léchaires VD. (16. Dezember 2013)
Jean-Christophe Bott, Keystone

In der Schweiz sind letztes Jahr etwas weniger Straftäter im Gefängnis gelandet als 2013. Trotzdem erreichte der mittlere Insassenbestand im Straf- und Massnahmenvollzug mit fast 5000 Personen einen neuen Höchststand.

Rund 9200 Verurteilte kamen 2014 landesweit hinter Gitter. Das sind 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) bekanntgab. Auch andere Sanktionen wurden etwas seltener angeordnet: 3300 Personen verrichteten eine gemeinnützige Arbeit, 200 trugen eine elektronische Fussfessel.

Starke Zunahme des Insassenbestandes

Der mittlere Insassenbestand nahm gegenüber 2013 um fast 300 Personen ( 6,2 Prozent) zu. Ein Hauptgrund ist, dass immer häufiger nicht bezahlte Bussen in Freiheitsstrafen umgewandelt werden müssen. Seit 2004 stieg die Zahl um rund 50 Prozent.

2014 waren 96 Prozent der Insassen Männer, gut zwei Drittel stammten aus dem Ausland. Das BFS schlüsselt auch die 9200 Einweisungen nach Nationalität auf. Je rund 30 Prozent der Personen kamen aus der Schweiz, aus Europa und aus Afrika. Die meisten Einweisungen von Ausländern betrafen Personen aus Algerien (584), Rumänien (438), Tunesien (337), Serbien (336) und Nigeria (320).

Rund 9400 Personen ( 1,9 Prozent) wurden letztes Jahr aus dem Strafvollzug entlassen. Die meisten von ihnen verbüssten nur eine kurze Strafe: 4000 sahen die Freiheit schon nach weniger als einem Monat wieder, knapp 2000 nach einem bis 3 Monate. Im Schnitt dauerte ein Gefängnisaufenthalt 166 Tage, doch war die Hälfte der Strafen kürzer als 56 Tage.

Diebe mit höchstem Rückfallrisiko

Nach den vom BFS aktualisierten Zahlen wurden von den 2009 freigelassenen Schweizerinnen und Schweizern innerhalb von drei Jahren 43 Prozent wiederum wegen eines Verbrechens oder Vergehens verurteilt. 16 Prozent wurden erneut in ein Gefängnis eingewiesen.

Die höchste Wiederverurteilungsrate wiesen mit 67 Prozent jene Personen auf, die wegen Diebstahls inhaftiert waren. Nach Geschlechtern betrachtet, ist der Unterschied weniger eklatant als etwa beim Insassenbestand: Wurden bei den Männern 44 Prozent innert dreier Jahre rückfällig, so waren es bei den Frauen 38 Prozent.

SDA/dia

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