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Schweizer Fan-Ansturm bleibt aus

Die Fifa verkauft vor dem WM-Turnier über 40 Prozent weniger Tickets an Schweizer als vor vier Jahren.

Der Ansturm der Fans auf die Fussball-WM in Russland ist vergleichsweise gering. Über die Website der Fifa sind bis jetzt 10 268 Tickets an Schweizer verkauft worden, wie ein Sprecher sagt. Vor der WM in Brasilien waren es Anfang Juni noch knapp 18 000 Tickets gewesen.

Diese Zahl umfasst auch Schweizer, die Tickets für andere Spiele als diejenigen der Schweizer Nati kauften. Die Fifa, die sich sonst der Transparenz verschreibt, gibt keine genaueren Statistiken bekannt. Zudem ist möglich, dass von Schweizern gekaufte Tickets auf den einschlägigen Schwarzmarkt-Plattformen landen und dort von gegnerischen Fans gekauft werden.

Fussballverband SFV schöpft Kontingent nicht aus

Die Fifa reserviert für die WM 2018 je 8 Prozent der Tickets für die beiden Fanlager. Für die Schweizer Spiele bedeutet dies ein Kontingent von 3600 Eintritten für die Spiele gegen Brasilien und Costa Rica und ein Kontingent von 2800 Tickets für das Spiel gegen Serbien.

Von diesen Fifa-Kontingenten ging ein Teil an den Schweizer Fussballverband (SFV), der sie an die «Schweizer Fussballfamilie», also Sponsoren und Funktionäre verteilte. Der SFV hat so für das Spiel gegen Brasilien 1300, für das gegen Serbien 1000 und für die Begegnung gegen Costa Rica 500 Tickets verkauft. Dabei wurden die Kontingente nicht ausgeschöpft, wie Michel Schafroth, Verantwortlicher Ticketing, bestätigt.

Vor allem ab einem möglichen Achtelfinale dürfte die Schweizer Fanpräsenz deutlich geringer sein als noch vor vier Jahren. Damals flogen mehrere Hundert Fans spontan nachts von Zürich nach São Paulo, um sich am frühen Nachmittag das Spiel gegen Argentinien anzuschauen. In Russland seien solche Spontanbesuche «undenkbar», sagt SFV-Medienchef Marco von Ah. Visum oder Fan-ID müssten Wochen im Voraus bestellt werden. Bei der Fan-ID handelt es sich um eine Art Fanpass, der die visumsfreie Einreise nach Russland ermöglicht und für Matchbesucher obligatorisch ist.

Für Individualbucher schwierig

Auch unterscheidet sich die Art der Fussballreisen stark. Der Anteil der Fans, die mit Reiseanbietern buchen, sei deutlich höher als noch vor vier Jahren, sagt Victor Tinari vom Reiseorganisator Travelclub. «Für Individualbucher sind die Flugverbindungen an die russischen Austragungsorte sehr schlecht. Davon profitieren Reiseanbieter, die Charterflüge anbieten», sagt er. An die WM in Brasilien transportierte Travelclub 700 Nati-Fans, heuer sind es 1000.

Auch habe es an der WM 2014 deutlich mehr Fans gegeben, welche die WM-Spiele mit längeren Ferien kombinierten. Diese Erfahrung macht auch Knecht Sportreisen, wo sich ein Angebot für vier Tage am besten verkaufte.

Noch läuft der Ticketverkauf weiter. Dass aber wie beim «Heimspiel in Dortmund» an der WM 2006 Zehntausende Schweizer Fans die Nati anfeuern werden, ist ausgeschlossen.

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