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Roger Köppel lässt «Welschwoche»-Cover sperren

Der «Weltwoche»-Chef hat bei Facebook eine Titelblatt-Parodie beanstandet. Das führte zu einer Zensur mehrerer Covers.

Erregte Köppels Gemüt: Eine von vielen Parodien auf das «Weltwoche»-Cover.
Erregte Köppels Gemüt: Eine von vielen Parodien auf das «Weltwoche»-Cover.
PD

Seit einer Woche lädt die Facebook-Gruppe Welschwoching ihre User dazu ein, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. So haben sich auf der Internetplattform bis Donnerstag mehrere Dutzend Parodien auf die «Weltwoche»-Titelseite über die Welschen als «Griechen der Schweiz» angesammelt. Immer mit dem nur leicht abgeänderten Titelkopf «Die Welschwoche» mit dem Originallogo des Wochenmagazins «Weltwoche». Seit Donnerstagnachmittag meldet Facebook den Betreibern der Gruppe jedoch ständig, dass wieder eines ihrer «Welschwoche»-Cover vom Gruppenprofil habe entfernt werden müssen.

«Stück für Stück mussten die Fotos gelöscht werden, nachdem Meldungen wegen Verletzung des Urheberrechts eingegangen sind», schreiben die Gruppenadministratoren.Die Internetgemeinde ist empört, «20 Minuten online» und «Lematin.ch/Newsnet» warfen Facebook Zensur vor. Auch die «Welschwoche»-Betreiber schreiben von «Repressalien und Zensur», gegen die sie aber «nicht ankämpfen» wollen. Sie geben an, sie wüssten, wer die unbekannten Dritten seien, die die Beanstandungen gegenüber Facebook machen, geben aber keine Identitäten Preis.

Gleich mehrere Bilder betroffen

Der Unbekannte, der die Löschung der Cover-Bilder zu verantworten hat, ist wohl «Weltwoche»-Chefredaktor und -verleger Roger Köppel. «Ich habe unseren Anwalt angewiesen, eine hetzerische, rassistische und antisemitische Titelblattparodie entfernen zu lassen, was auch sofort geschah», sagt Köppel. Damit rief der Anwalt die Facebook-Kontrolleure auf den Plan, die nicht nur, wie gefordert, das eine Cover löschten, sondern sämtliche Bilder der Gruppe «Welschwoching» auf Verstösse gegen die Nutzungsbedingungen abklopften.

Die Folge: Mehrere Cover-Parodien wurden gelöscht, mit Verweis auf Verstoss gegen die Urheberrechte. Die Bilder wurden durch Fragezeichen ersetzt. Dies entspricht laut Facebooks PR-Beauftragten in Deutschland, Stefanie Schieke, dem üblichen Vorgehen: «Nachdem eine Meldung bei Facebook eingegangen ist, wird diese von einem Team überprüft. Dasselbe Team überprüft an diesen Stellen auch ähnliche Inhalte, die ebenso gegen die Richtlinien oder auch gegen Urheberrecht verstossen.»

Köppel ist es nicht recht

Köppel ist es ganz und gar nicht recht, dass die Facebook-Kontrolleure «Welschwoching» wegen seiner Intervention derart aufs Dach steigen. «Es ging uns lediglich um dieses eine Hetz-Cover, alle anderen sind grossartig, und die ganze Redaktion freut sich über jeden neuen Welschwoching-Beitrag», sagt Köppel.

Falls wirklich Urheberrechtsfragen der Grund für die Löschung der Covers seien, dann gebe er als Besitzer der Marke und des Logos den «Welschwoching»-Betreibern gerne grünes Licht. Dass Facebook auf dieses Angebot eingeht, ist indes zu bezweifeln. «Dazu wird es seitens Facebook sicher keine Stellungnahme geben», sagt Schieke. Derweil versorgen die «Welschwoching»-Mitglieder Facebook weiter mit Arbeit. Sie laden laufend neue Cover-Parodien mit stärker abgewandeltem «Weltwoche»-Logo hoch, in der Hoffnung Facebook werde keine Urheberrechtsverletzung mehr feststellen.

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