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Roger de Weck in der Kritik

SRG-Generaldirektor Roger de Weck berät zurzeit den ORF bei dessen Reorganisation. Sein Engagement stösst Kritikern sauer auf – im eigenen Betrieb habe er genügend Probleme, monieren sie.

Seine Expertise ist gefragt: SRG-Chef Roger de Weck. (11. Januar 2011)
Seine Expertise ist gefragt: SRG-Chef Roger de Weck. (11. Januar 2011)
Keystone

Roger de Weck berät die österreichische Rundfunkanstalt ORF. Der SRG-Generaldirektor ist gemäss «SonntagsZeitung» vergangenen Mittwoch nach Wien gereist, wo er als internationaler Experte an der Sitzung einer Arbeitsgruppe teilnahm, die sich im Auftrag von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) regelmässig trifft und die Reorganisation des ORF vorantreibt.

De Wecks Auslandeinsatz stösst auf heftige Kritik. FDP-Medienpolitiker Filippo Leutenegger sagt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «In dieser Situation, in der sich die SRG befindet – Stichworte sinkender Marktanteil, Konvergenz – sollte die Priorität im Inland liegen.»

Wien-Trip ist «befremdlich»

SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, ihrerseits hartnäckige SRG-Kritikerin, sagt: «Es erstaunt mich, dass der SRG-Generaldirektor Zeit hat, als Experte nach Wien zu reisen.» Und Ernst Gräub, Sekretär der Mediengewerkschaft SSM, meint: «Herr de Weck müsste in erster Linie schauen, dass er im eigenen Laden eine gute Sozialpartnerschaft erreichen kann.» De Wecks Wien-Trip sei «befremdlich».

Dass sich der SRG-Generaldirektor gerade jetzt im Ausland als Experte anbietet, ist aus Sicht der SSM tatsächlich pikant: Die SRG hat soeben vier harzige Lohn-Verhandlungsrunden mit Vertretern seiner Mitarbeiter hinter sich. Die Gespräche sind vorerst gescheitert. Die SRG-Mitarbeiter werden womöglich das erste Mal seit Jahren ohne Gesamtarbeitsvertrag dastehen.

«Roger de Weck ist auf Einladung nach Wien gereist», sagt SRG-Kommunikationschef Iso Rechsteiner gegenüber der «SonntagsZeitung». Er betont zudem: «Um ein Mandat handelt es sich nicht.»

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