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Potenzielle Terroristen früher erkennen

Die gefährlichen Islamisten von den Wichtigtuern unterscheiden – dieser Aufgabe haben sich Zürcher Forscher angenommen.

In der Schweiz geht von 90 Personen eine «ernsthafte Bedrohung» aus: Ein bewaffneter Polizist an der Grenze zu Frankreich.
In der Schweiz geht von 90 Personen eine «ernsthafte Bedrohung» aus: Ein bewaffneter Polizist an der Grenze zu Frankreich.
Salvatore di Nolfi, Keystone
«Auch die Schweiz ist bedroht!», schrieb Bundesrat Guy Parmelin vor kurzem im Lagebericht des Nachrichtendienst des Bundes (NDB). So würden Donald Trump und der Brexit unter anderem eine «reduzierte Berechenbarkeit» bedeuten. Weitere Sicherheitsrisiken sind gemäss NDB die folgenden:
«Auch die Schweiz ist bedroht!», schrieb Bundesrat Guy Parmelin vor kurzem im Lagebericht des Nachrichtendienst des Bundes (NDB). So würden Donald Trump und der Brexit unter anderem eine «reduzierte Berechenbarkeit» bedeuten. Weitere Sicherheitsrisiken sind gemäss NDB die folgenden:
Martinez Monsivais, Keystone
Mehrere Angriffe in den letzten Jahren: Russische Cyberatacken bedrohen die Interessen der Schweiz.
Mehrere Angriffe in den letzten Jahren: Russische Cyberatacken bedrohen die Interessen der Schweiz.
Nick Soland, Keystone
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Wissenschaftler des Amtes für Justizvollzug Zürich haben ein Verfahren zur Identifikation potentieller Attentäter entwickelt. Angewendet wird ihre Forschung seit wenigen Wochen beim deutschen Bundeskriminalamt, das mit der Methode die Daten aller Gefährder analysiert.

Ziel ist, die wirklich gefährlichen Islamisten von den Wichtigtuern zu unterscheiden und so die lange Liste der Verdächtigen zu reduzieren, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Polizei verzettelt sich

Laut Professor Jérôme Endrass werden zu viele Ungefährliche überwacht, und dafür fehlen die Ressourcen für die wirklich gefährlichen Täter. «Das grösste Problem sind heute nicht Täter, die nicht auf dem Radar erscheinen, sondern pauschale Risikomodelle, wegen denen sich die Polizei verzettelt. So kommt es zu Attentaten von Jihadisten, die den Behörden eigentlich bekannt waren.»

Und: «Es geht um Gewalt, also muss man nach Gewalt fragen, losgelöst von Extremismus oder Religion. Die Gewaltforschung lehrt, dass jene die Handlungsschwelle überschreiten, die Gewalterfahrungen hatten – ob im Krieg, oder über eine Faszination für Waffen. Vorstrafen wegen Gewalt sind viel relevanter als gepostete Hinrichtungsvideos.»

In der Schweiz gibt es laut Angaben der Behörden rund 90 Personen, von denen eine «ernsthafte Bedrohung» ausgeht.

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