Paukenschlag bei der Zürcher SVP

Die Zürcher Kantonalsektion der Volkspartei zieht die Konsequenzen aus der Wahlschlappe vom vergangenen Sonntag.

Nach dem Wahldebakel: Die Karten werden bei der Zürcher SVP neu gemischt. (Archiv)

Nach dem Wahldebakel: Die Karten werden bei der Zürcher SVP neu gemischt. (Archiv)

(Bild: Keystone Christian Beutler)

Die Wahlniederlage vom vergangenen Wochenende hat bei der SVP Züirch Konsequenzen. Die Parteileitung samt Präsident Konrad Langhart tritt auf Druck des Vorstandes von ihren Ämtern zurück. Eine Rolle spielte dabei auch Christoph Blocher.

Neben Parteipräsident Langhart treten auch der erste Vizepräsident Gregor Ritz zurück, der zweite Vizepräsident Stefan Schmid sowie Parteisekretär Roland Scheck und der stellvertretende Parteisekretär Christoph Bähler.

Die Reorganisation der Parteileitung erfolge «nach den durchzogenen Ergebnissen in den kantonalen Wahlen» und «im Interesse der alles entscheidenden nationalen Wahlen im Herbst 2019», teilte die grösste Kantonalpartei der SVP am Freitag mit. Die SVP Zürich hatte bei den Kantonsratswahlen vom Sonntag 5,6 Prozent Wähleranteile verloren und musste den grössten Sitzverlust seit Jahrzehnten hinnehmen. Sie verlor 9 Sitze und fiel auf den tiefsten Stand seit 1995 zurück. Mit 45 Mandaten stellt sie aber nach wie vor die grösste Fraktion im 180-köpfigen Kantonsrat.

Druck vom Parteivorstand

«Ich bin ein Bauernopfer, trage aber ein Stück weit auch Verantwortung», sagte Konrad Langhart der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Wunsch nach frischen Köpfen in der Parteileitung sei diese Woche vom Parteivorstand geäussert worden. Zur Frage, ob auch SVP-Übervater Christoph Blocher Druck gemacht habe, sagte Langhart: «Herr Blocher hat sicher seinen Einfluss geltend gemacht.» Blocher wollte sich auf Anfrage nicht äussern zum Thema.

Ein Stück weit trete er aber auch aus eigenen Stücken zurück, sagte Langhart. «Wenn es im Herbst bei den nationalen Wahlen wieder Verluste gibt, kann und will ich nicht die Verantwortung übernehmen.» Zudem sei er der falsche Mann, wenn intern ein härteres Auftreten der Partei gefordert werde.

Er glaubt nicht, dass der geschlossene Rücktritt der Parteileitung alle Probleme der SVP lösen werde. Das Image der Partei werde auf nationaler Ebene gemacht. Mit Blick auf die Wahlschlappe vom letzten Sonntag räumt er durchaus Fehler ein. «Ich wollte die SVP wieder zurück zu den Wurzeln, zur Basis führen.» Das sei ihm zu wenig gelungen.

Neue Namen am Dienstag

Am kommenden Montag beruft die Partei eine ausserordentliche Kantonalvorstandssitzung ein, welche die Reorganisation verabschiedet und der Delegiertenversammlung vom Dienstag einen entsprechenden Antrag stellt.

«Wir werden dann Namen potenzieller Nachfolger präsentieren», sagte Langhart. Die Delegiertenversammlung wird gemäss Statuten abschliessend über die Reorganisation entscheiden.

Bilder: Wer wird neuer Präsident?

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fal/sda

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