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Parmalat-Affäre: Ex-Manager wegen Betrugs verurteilt

27 Monate Haft und eine Million Franken Strafe an die Schweiz: So lautet ein Bundesstrafgerichts-Urteil gegen einen italienischen Manager im Zusammenhang mit der Affäre um den Nahrungsmittelkonzern.

Der Skandal um den Lebensmittelkonzern warf Wellen bis in die Schweiz: Parmalat-Milch in Italien. (Archivbild)
Der Skandal um den Lebensmittelkonzern warf Wellen bis in die Schweiz: Parmalat-Milch in Italien. (Archivbild)
Keystone

Das Bundesstrafgericht hat im Zusammenhang mit der Parmalat-Affäre ein ehemaliges Kadermitglied der Bank of America in Italien des Betrugs für schuldig befunden. Der Italiener wurde zu einer Haftstrafe von 27 Monaten und zur Zahlung von einer Million Franken an den Bund verurteilt.

Der 50-jährige in Mailand wohnhafte Italiener wurde auch wegen Anstiftung zur Urkundenfälschung belangt. Freigesprochen wurde er dagegen von der Anklage der aktiven Bestechung sowie der Geldwäscherei.

Von der Haftstrafe muss der Verurteilte sechs Monate unbedingt verbüssen. Davon werden allerdings 137 Tage abgezogen für die Untersuchungshaft und die Zeit, während der er auf seine Auslieferung in die Schweiz wartete. Dies geht aus dem am Dienstag in Bellinzona veröffentlichten Urteilsdispositiv weiter hervor. Der Rest der Strafe wurde bedingt auf zwei Jahre ausgesprochen.

1,7 Millionen Dollar abgezweigt

Das Gericht ordnete im weiteren eine Entschädigungszahlung von einer Million Franken an die Eidgenossenschaft an. Der Verurteilte muss zudem 20'000 Franken Verfahrenskosten zahlen, erhält aber im Gegenzug 18'000 Franken Justizkosten zurückerstattet. Die Bank of America als Zivilklägerin im Prozess wurde für ihre Forderungen auf den Zivilweg verwiesen.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit 2006 in enger Zusammenarbeit mit den italienischen Justizbehörden gegen Verantwortliche der Pleite des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat. Der Konzern war im Dezember 2003 unter einem Schuldenberg von 14 Milliarden Euro zusammengebrochen.

Stefano Tanzi, Sohn des früheren Parmalat-Chefs Calisto Tanzi, war 2009 vom Bundesstrafgericht wegen Beihilfe zu ungetreuer Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei zu 720 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Er hatte damals laut Anklage 1,7 Millionen Dollar Firmenvermögen in die eigene Tasche abgezweigt.

SDA/ajk

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