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Offiziere: «Wir brauchen nicht die beste Armee der Welt»

Der frisch gewählte Bundesrat Ueli Maurer hat die Messlatte hoch gesetzt: Er will die «beste Armee der Welt» aufbauen. Hans Schatzmann, Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, findet das übertrieben.

«Das ist das Hauptproblem der Armee: Es braucht Leute, Zeit und Geld»: Schweizer Soldaten.
«Das ist das Hauptproblem der Armee: Es braucht Leute, Zeit und Geld»: Schweizer Soldaten.
Keystone

Die Armee ist nach dramatischen Vorfällen in Verruf geraten: Die Affäre Nef, der Bootsunfall auf der Kander, das Lawinenunglück an der Jungfrau. Wird Maurer seinen Anspruch einlösen können? Bundesrat Maurer bestätigt uns mit dieser Aussage, dass die Armee besser ist als ihr Ruf in den Medien. Er hat damit ein Bekenntnis für das Militär abgelegt. Ich sage ihnen: Die Armee funktioniert heute gut.

Wie aber kann Ueli Maurer sie zur besten Truppe machen? Wir brauchen nicht die beste Armee der Welt – eine sehr gute reicht auch. Ich denke, dass Bundesrat Maurer das Rüstzeug mitbringt, das Verteidigungsdepartement gut zu führen. Dies auch darum, weil die SVP nun wieder in die Konkordanz eingebunden ist. So sollte es Maurer gelingen, eine Mehrheit im Parlament davon zu überzeugen, dass man der Armee nicht weitere Ressourcen kürzen kann. Dies sind offensichtlich die Pläne der Bundesrats.

Maurer muss sich im Bundesrat also quer stellen? Ja. Die Offiziersgesellschaft verlangt, dass Maurer Widerstand gegen eine weitere Reduktion des Armeebestands leistet und sich für gesicherte Finanzen einsetzt. Das ist das Hauptproblem der Armee: Es braucht Leute, Zeit und Geld.

Das wird eine schwierige Aufgabe für Maurer. Bundesrat Maurer muss die Politiker davon überzeugen, dass Sicherheit das Kerngeschäft unseres Staats ist. Der Spielraum für eine weitere Verkleinerung der Armee hält sich also in sehr engen Grenzen. Wenn die Finanzbranche 60 Milliarden Franken vom Staat bekommt, dann sollte es auch für die Armee reichen.

Welches ist das dringlichste Geschäft? Die Besetzung der Vakanzen in der Armeespitze. Samuel Schmid hat da bereits Vorarbeit geleistet: Die Dossiers von höheren Stabsoffizieren, die sich um den Posten des Armeechefs bewerben, liegen auf dem Tisch. Maurer kann diesen Entscheid also schnell fällen. Das wird Ruhe in die Armee bringen.

Wie sieht die Schweizer Armee in fünf Jahren aus? Die Milizarmee mit der allgemeinen Wehrpflicht bleibt in der Schweiz bestehen. Ich glaube nicht, dass die Bevölkerung etwas anderes befürworten würde.

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