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Nur mit Wissen wird kein Atommüll entsorgt

Der Bund sieht keine Gefahr in Zugangsbauten zum Tiefenlager in Gewässerschutzzonen. Doch wie überzeugt man die Bevölkerung?

MeinungMartin Läubli
Der Bund sollte auch irrationale Argumente ernstnehmen, wenn es um die Tiefenlager geht. Radioaktive Abfälle im Zwischenlager Würenlingen (Archivbild). Foto: GAetan Bally (Keystone)
Der Bund sollte auch irrationale Argumente ernstnehmen, wenn es um die Tiefenlager geht. Radioaktive Abfälle im Zwischenlager Würenlingen (Archivbild). Foto: GAetan Bally (Keystone)

Es ist eine ewige Geschichte. Die Suche nach einem Tiefenlager für den radioaktiven Abfall der Schweizer Kernkraftwerke. Es gibt wohl kein langfristiges Verfahren in der Schweiz, das schon emotional hoch­gekocht wird, bevor konkrete Projekte vorliegen.

Eine nächste Runde hitziger Debatten ist bereits vorprogrammiert. Es geht um die möglichen Platzierungen der Oberflächenanlage, des Haupteingangs zum Tiefenlager, wo der radioaktive Abfall umgepackt und in die unterirdischen Lagerräume transportiert wird. Alle vorgeschlagenen Orte des Bundes befinden sich in einem sensiblen Gewässerschutzbereich.

Seit Jahren beurteilen Bund und die betroffenen Standortkantone das Risiko, in solchen heiklen Zonen mit radioaktivem Material zu hantieren, unterschiedlich. Ein neues juris­tisches Gutachten dürfte diesen Streit noch stärker befeuern, weil es aufgrund einer unsicheren Rechtsgrundlage davon abrät, Oberflächenanlagen in den vorgeschlagenen Arealen zu errichten.

Wissenschaftlich korrekt, aber wenig Fingespitzengefühl

Die entscheidende Frage wird dabei sein,als wie gefährlich eine Oberflächenanlage einzuschätzen ist. Die Antworten dazu, und das macht es so schwierig, sind dabei nicht nur in wissenschaftlichen Studien zu suchen. Genauso spielen psychologische Faktoren wie die Angst vor der gefährlichen radioaktiven Strahlung eine Rolle. Die Bevölkerung will spüren, dass die Planer des Tiefenlagersihre Bedenken ernst nehmen.

Bundesbehörden und im Speziellen die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) argumentieren rein rational aufgrund wissenschaftlichen Wissens und geltender Gesetzgebung. Das wird von ihnen verlangt. Sie neigen allerdings dazu, ihre Argumente in einem Tonfall vorzubringen, der jegliches Fingerspitzengefühl für irrationale Bedenken missen lässt.

Das kommt kommunikativ nicht gut an bei Menschen, die von Strahlenphysik und Sicherheitstechnik wenig verstehen.

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