Zum Hauptinhalt springen

Nun gibt es auch in Bern ein Babyfenster

Das vierte Babyfenster der Schweiz steht in der Stadt Bern zur Verfügung. Das private Lindenhofspital hat das Angebot geschaffen und kommt damit dem Kanton zuvor.

Das Babyfenster des Lindenhofspitals steht ab dem 31.10. zur Verfügung.
Das Babyfenster des Lindenhofspitals steht ab dem 31.10. zur Verfügung.
Keystone
Eine Frau mit einer Babypuppe demonstriert das Vorgehen.
Eine Frau mit einer Babypuppe demonstriert das Vorgehen.
Keystone
Das Fenster befindet sich am Rande des Spitalareals.
Das Fenster befindet sich am Rande des Spitalareals.
Keystone
1 / 4

Das vierte Babyfenster der Schweiz steht in der Stadt Bern zur Verfügung. Geschaffen wurde das Angebot vom Lindenhofspital, in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK).

Die Organisation warnt auf ihrer Website vor Abtreibungen und bietet Müttern in Not stattdessen an, ihr Kind anonym in sichere Hände zu übergeben. Die SHMK steht auch hinter den Babyfenstern in Einsiedeln, Davos und Olten. Dasselbe Angebot soll noch vor Ende Jahr in Bellinzona geschaffen werden.

«Gut zugänglich und doch diskret»

Mit der Schaffung eines Babyfensters befassen sich seit längerem auch die bernischen Kantonsbehörden. Der Grosse Rat hatte vor Jahresfrist im Rahmen einer von Thomas Fuchs (SVP) eingereichten Motion verlangt, dass der Kanton mindestens ein Babyfenster schaffe. Um die Umsetzung muss sich die Regierung kümmern, das Geschäft ist hängig.

Schneller war die Lindenhofgruppe, die ihr Angebot den Medien vorstellte. Sie hat beim Lindenhofspital am Rand des Länggassquartiers ein Babyfenster eingerichtet, das «gut zugänglich und doch diskret am Rande des Spitalareals zu finden ist».

Babyfenster-Alarm

«Im Spital ertönt nach drei Minuten der Babyfenster-Alarm», beschreiben SHMK und Lindenhofgruppe das Szenario in einem gemeinsamen Communiqué. «Eine Hebamme kommt und nimmt sich des Kindes an. Es erhält liebevolle Pflege. Nach ein paar Tagen kommt es zu Pflege- und später zu Adoptiveltern.»

Die Mutter und der Vater des Kindes hätten das Recht, das Kind bis zum Vollzug der Adoption zurückzufordern. Eine Adoption könne frühestens ein Jahr nach der Abgabe des Kindes erfolgen, heisst es weiter.

SVP-Motionär Fuchs freute sich in Medienberichten über das neue Angebot. Allerdings sei das Babyfenster im Lindenhof kein Grund, auf ein zweites zu verzichten: Fuchs würde es begrüssen, wenn zum Beispiel im Berner Oberland ein weiteres Spital ein solches Angebot hätte.

«Man gibt die Frau auf»

Babyfenster sind nicht unumstritten. «Mit einer Babyklappe gibt man die Frau auf, weil man keine Möglichkeit hat, sie zu unterstützen», sagte ein Facharzt vor kurzem dem «Bund».

In Deutschland gebe es Babyfenster seit über zehn Jahren, machen Kritiker weiter geltend. Doch das Ziel – die Sterblichkeit von ausgesetzten Säuglingen zu reduzieren und die Zahl der Kindstötungen zu senken – habe man nicht erreicht.

Eine Alternative zu Babyfenstern seien unabhängige, professionelle und möglichst niederschwellige Beratungsangebote für Frauen in Not, schreibt die Organisation Sexuelle Gesundheit Schweiz in einem Communiqué. Gleichzeitig müssten im medizinischen Bereich Lücken geschlossen und Angebote wie die vertrauliche Geburt überprüft werden.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch