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Neuer GLP-Präsident: Teamplayer folgt auf Workaholic

Der Unternehmer und Berner Nationalrat Jürg Grossen löst den omnipräsenten Gründer der Grünliberalen Martin Bäumle an der Parteispitze ab. Grossen will zwar auch viel arbeiten, aber keine One-Man-Show bieten.

Der Berner Nationalrat Jürg Grossen wird am 26. August voraussichtlich zum neuen Präsidenten der Grünliberalen gewählt.
Der Berner Nationalrat Jürg Grossen wird am 26. August voraussichtlich zum neuen Präsidenten der Grünliberalen gewählt.
Keystone

Herr Grossen, die urbanen Grünliberalen (GLP) setzen auf einen Mann aus dem Berner Oberland. Wieso das?Jürg Grossen: Ich wohne zwar auf dem Land. Aber die urbane Denkweise ist mir nicht fremd. Ich bin kein Politiker, der im klassischen Sinn Landregionen vertritt.

Da unterscheiden Sie sich also von SVP-Präsident Albert Rösti, der ebenfalls aus dem Berner Oberland kommt? Sicher. Im Berner Oberland bin ich bis zu einem gewissen Grad ein Exot. Viele Leute stimmen zumindest anders ab als ich. Aber in Themen, in denen ich stark bin, der Energie- und der Umweltpolitik, ist der grünliberale Weg auch für meine Herkunftsregion sinnvoll. Das Oberland ist direkt vom Klimawandel betroffen.

Die GLP erhält einen Unternehmer als Präsidenten als Ergänzung zur Stadtzürcherin und Fraktionschefin Tiana Moser. Ideal? Wenn Sie noch Kathrin Bertschy als Präsidentin des Politlabors GLP-Lab, das Interessierte in- und ausserhalb der Partei anspricht, dazuzählen, werden wir tatsächlich zu einer starken Führungscrew mit mehreren Gesichtern gegen aussen.

Kathrin Bertschy galt als Mitfavoritin. Warum machten Sie das Rennen? Kathrin Bertschy zog sich vor dem Vorstandsentscheid zurück. Es gab also keine Kampfwahl. Sie will sich auf das Präsidium des Politlabors konzentrieren.

Die GLP ist etwa gleich alt wie die BDP. Beide Parteien verloren jüngst Wähleranteile. Haben Sie bessere Aussichten als die BDP? Wir haben auf jeden Fall gute Chancen. Die Linke konzentriert sich auf Klassenkampf und Re­gulierung, rechtsbürgerliche ­Parteien setzen auf Abschottung und eine konservative Gesellschaftspolitik. Dazwischen tut sich ein breites progressiv-libe­rales Feld auf, das nicht abgedeckt ist.

Das stimmt doch nicht. Das hat längst die FDP besetzt. Das glaube ich nicht. Wenn Sie das Abstimmungsverhalten im Parlament als Referenz nehmen, bevorzugt die FDP keine nachhaltigen Lösungen in der Energiepolitik. Viele Vertreter sind gesellschaftspolitisch konservativ, und in der Landwirtschaft verfolgt die FDP teilweise eine protektionistische Haltung.

Aber Profilierungsmöglichkeiten wie an den politischen Polen fehlen Ihnen weitgehend. Wir können uns mit unseren Positionen schon profilieren...

... Indem man die Seiten wechselt wie bei der Rentenreform. Dort war die GLP zuerst dagegen und stimmte dann doch dafür. Bei der Rentenreform zogen wir unsere Position bis zum Schluss durch. Dann votierten wir dafür, dass das Stimmvolk das letzte Wort haben soll. Sowohl die Abstimmungsvorlage wie auch die andere Option, vorerst nichts zu tun, finden wir schlecht. Aber Sturheit und dogmatische Politik bringen dieses Land nicht weiter.

Für was steht die GLP? Sie ist eine Wirtschaftspartei, die sich für den Freihandel und die Weiterentwicklung der bilateralen Verträge einsetzt. Sie ist ökologisch und gesellschaftsliberal.

Sie beerben Martin Bäumle – Vaterfigur und Vielarbeiter. Was werden Sie anders machen? Auch ich werde viel arbeiten. Dazu bringe ich meine 23 Jahre ­Erfahrung als Unternehmer und meine teamorientierte Führungsart ein.

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