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Neuenburg laufen die jungen Polizisten davon

Kaum im Dienst, schon wieder gekündigt: Die Kantonspolizei Neuenburg musste 2015 viele Abgänge verkraften. Die Behörden nennen dafür zwei Gründe.

dia
Die Behörden sprechen bei den Kündigungen von Einzelfällen: Zwei Polizisten der Kantonspolizei Neuenburg. (5. Juni 2015)
Die Behörden sprechen bei den Kündigungen von Einzelfällen: Zwei Polizisten der Kantonspolizei Neuenburg. (5. Juni 2015)
Keystone

Bei der Neuenburger Kantonspolizei haben 2015 viele Polizisten gekündigt, die noch nicht lange im Dienst waren. Als Ursachen werden unter anderem der tiefe Lohn und die vermehrte Mobilität genannt.

Von den über zwanzig Abgängen betraf rund die Hälfte Polizisten in den ersten drei Dienstjahren. Für Polizeigewerkschafter Patrick Siron ist der Lohn das Problem: Die Löhne seien tiefer als in anderen Westschweizer Kantonen, sagte Siron am Mittwoch auf Anfrage zu einem Artikel der Westschweizer Zeitung «Le Courrier».

Bessere Angebote

Aus Sicht der Neuenburger Kantonspolizei handelt es sich jedoch um Einzelfälle und nicht um eine Tendenz, wie Pascal Lüthi am Mittwoch sagte. Er sprach von einem leichten Anstieg der Kündigungen. Bei den Gesprächen mit jenen, die gekündigt hatten, habe man jedoch bei einigen jungen Kollegen bemerkt, dass diese wegen besserer Angebote die Stelle wechselten, sagte Lüthi.

Bereits nach einer Kündigungswelle im Jahr 2013 sei ein Problem identifiziert worden: Zu Beginn der Karriere bestehe ein «Konkurrenzdefizit», sagte Lüthi. «Wir wissen, dass das geändert werden muss.» Bei der Neuenburger Kantonspolizei ist das Gehalt von der Anzahl Dienstjahre abhängig und nicht vom Alter.

Aktivere Rekrutierung

Aus Sicht von Lüthi sind die Abgänge aber auch der gestiegenen Mobilität geschuldet. Vor zehn Jahren hätten Polizisten zu Beginn ihrer Karriere nie gekündigt. Heute seien die Jungen mobiler, und die Polizeikorps würden aktiver rekrutieren, was die Konkurrenz erhöhe, sagte Lüthi. Dank dem eidgenössischen Fachausweis sei der Beruf zudem in der ganzen Schweiz anerkannt. Das seien positive Entwicklungen für den Beruf, sagte Lüthi.

(SDA)

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