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Neonazis planen Grossdemo auf dem Bundesplatz

Nach dem erfolgreichen Rütli-Aufmarsch will die Schweizer Neonazi-Szene nun auch in der Bundeshauptstadt Präsenz markieren – und plant eine Grossdemo vor dem Bundeshaus.

Soll in Bern wiederholt werden: Die Versammlung der Rechtsextremen auf dem Rütli. (2. August 2012)
Soll in Bern wiederholt werden: Die Versammlung der Rechtsextremen auf dem Rütli. (2. August 2012)
Keystone

Wie Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen, planen rechtsextreme Kreise in der Schweiz eine neue Grosskundgebung auf dem Bundesplatz zum Motto «Stopp Kuscheljustiz». Sie wollen gegen Ausländerkriminalität und die angebliche Ausbeutung der Schweiz demonstrieren.

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause bestätigt, ein Gesuch erhalten zu haben. In den nächsten Wochen würden sich die zuständigen Behörden mit dem Organisator treffen und über die Möglichkeiten einer Demonstration auf dem Bundesplatz sprechen. Das Gesuch werde vorerst wie jedes andere behandelt.

Mehr Teilnehmer als am Rütli-Marsch

Als Veranstalter der Kundgebung fungiert ein 24-jähriger Berner mit Verbindungen in die rechtsextreme Szene. Seinem Aufruf via Facebook, SMS und einschlägigen Foren seien bereits Vertreter der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos), der Kameradschaft Innerschweiz und anderen radikalen Neonazi-Gruppierungen gefolgt, heisst es in der «SonntagsZeitung».

Auf Facebook kündigen die Organisatoren eine «Zusammenkunft für alle, die sich wehren wollen» an. Mit dieser zahmen Formulierung hoffen sie, auch gemässigte anzusprechen. Bereits haben sich 400 Demonstranten angemeldet. Das sind mehr als doppelt so viele wie zur Rütli-Demo.

Linke Aktivisten rufen zur Gegendemo auf

Der geplante Aufmarsch der Neonazis blieb von linken Aktivisten nicht unbemerkt. Unter dem Motto «Bern bleibt nazifrei» wollen sie den Aufmarsch verhindern und planen eine Gegendemo. Was folgen könnte, zeigen die schweren Ausschreitungen anlässlich der SVP-Grossdemonstration im Jahr 2007 in Bern.

Die Polizei in Bern hat Kenntnis von den Aufrufen erhalten und nimmt sie durchaus ernst: «Wir beobachten die Entwicklung und werden entsprechende Massnahmen ergreifen», erklärte die Polizeisprecherin Alice Born gegenüber der «SonntagsZeitung».

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