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Nationalräte einstimmig für Verbot lauter Güterwagen

Anwohner von Bahnlinien sollen besser schlafen können: Der Nationalrat will alte Güterwagen sanieren und mehr Lärmschutzwände aufstellen lassen. Er ist auch bereit, dafür einen hohen Betrag auszugeben.

Ab 2020 sollen alle Güterwagen über leise Bremssohlen verfügen: Ein Güterzug in Gerra Gambarogno TI.
Ab 2020 sollen alle Güterwagen über leise Bremssohlen verfügen: Ein Güterzug in Gerra Gambarogno TI.
Keystone

Wer an einer lauten Bahnlinie wohnt, soll künftig weniger Lärm ertragen müssen und besser schlafen können. Der Nationalrat hat ein Massnahmenpaket des Bundesrats einstimmig gutgeheissen. Kernstück ist ein Verbot von lärmigen Güterwagen.

Mit den Massnahmen sollen entlang des gesamten Bahnnetzes rund 50'000 Menschen zusätzlich vor übermässigem Bahnlärm geschützt werden – insgesamt 220'000 Anwohnerinnen und Anwohner von lauten Bahnlinien.

Nur Termine umstritten

Die Vorlage war in der grossen Kammer nicht umstritten. Zu Diskussionen führte im Erstrat fast nur die Frage nach dem Tempo bei der Umsetzung. Die Linke wollte die Lärmgrenzwerte drei Jahre früher in Kraft setzen, scheiterte aber mit einem Minderheitsantrag.

In der Schlussabstimmung hiess der Nationalrat die Vorlage einstimmig gut. Auch den Verpflichtungskredit zur Finanzierung der Lärmsanierung über 1,5 Milliarden Franken genehmigte er einstimmig.

Laute Bremssohlen ersetzen

Kernstück der Vorlage sind Lärmgrenzwerte und damit ein faktisches Verbot von lärmigen Güterwagen ab 2020. Betroffen sind Güterwagen mit lauten Grauguss-Bremssohlen, die durch neue Kompositsohlen ersetzt werden sollen.

Die Vorschriften gelten auch für ausländische Wagen, welche die Schweiz durchqueren. Die EU hatte deshalb gewünscht, dass die Schweiz erst später über ein Verbot entscheidet.

Als weitere Massnahmen will der Bundesrat Lücken zwischen bestehenden Lärmschutzwänden schliessen und Stahlbrücken sanieren. Und schliesslich soll die Entwicklung von besonders geräuscharmem Rollmaterial gefördert werden.

Leuthard: Mit Lärm leben

«Wir müssen mit Lärm leben», sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard am Mittwochmorgen im Rat. Dennoch will sie das Sanierungsziel auch bei zunehmendem Verkehr erreichen und rund 67 Prozent derjenigen Anwohner schützen, die noch im Jahr 2000 von übermässigem Lärm betroffen waren.

Die Revision des Bundesgesetzes über die Lärmsanierung der Eisenbahnen geht nun in den Ständerat.

(SDA)

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