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Moskau retour

Bundesrat Johann Schneider-Ammann reist am Sonntag für vier Tage nach Russland. Ziel des Besuchs ist, die Wirtschaftsbeziehung zu verstärken. Zudem steht eine Vertragsunterzeichnung an.

Kommt weiter herum: Der Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann während einer Pressekonferenz in Bern am 22. Juni 2011.
Kommt weiter herum: Der Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann während einer Pressekonferenz in Bern am 22. Juni 2011.
Reuters

Im April war der Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann in Indien, im Herbst reist er nach Brasilien und dazwischen macht er Halt in Russland. Der Bundesrat bricht am Sonntag zu seiner viertägigen Reise nach Moskau auf. Die Schwellenländer und ihr grosses Potenzial sind in aller Munde und der Bundesrat hört diese Botschaft. Seit 2006 ist die Bedeutung der in der BRIC zusammengefassten Gruppe der Schwellenländer (Brasilien, Russland, Indien und China) stark gestiegen.

Begleitet von einer Delegation von rund zwanzig Wirtschaftsvertretern wird Bundesrat Schneider-Ammann die Vorzüge der Schweizer Wirtschaft anpreisen und versuchen, die bereits bestehenden «sehr guten» ökonomischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland zu intensivieren.

Bestehende gute Beziehungen

Im August 2010 wurde von Bern und Moskau der 2008 abgeschlossene «Aktionsplan für die Wirtschaft» für den Zeitraum 2011 bis 2013 erneuert. Ausserdem wurden die Verhandlungen zwischen der Efta und der Zollunion von Russland, Weissrussland und Kasachstan im vergangenen November begonnen.

Schneider-Ammann wird auf seiner Reise mehrere russische Minister treffen, unter ihnen auch die Ministerin für Wirtschaftsentwicklung, Elvira Nabiullina. Das Treffen dürfte zu einem zusätzlichen Vertrag führen, einer «Deklaration zur Zusammenarbeit» bei der Strategie zur Modernisierung der russischen Wirtschaft.

«Modernizatsia»

Der Begriff «Modernizatsia» fehlt inzwischen in keiner Rede des russischen Präsidenten Dimitri Medwedew. Die Modernisierung der Wirtschaft gehört zu den Prioritäten des Kremls, da das Land von den grossen Schwankungen bei den Rohstoffpreisen mit voller Wucht getroffen wird.

Dieser Innovationswille bietet den Schweizer Firmen ausgezeichnete Perspektiven. Die Schweiz habe schon immer einen sehr guten Ruf in Russland gehabt. «Made in Switzerland» gelte in Russland als Garant für Qualität, sagt Joch Janssen, Spezialist für Russland im Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD).

Russland sei interessiert an den Schweizer Kompetenzen in den Bereich Energieeffizienz, Medizinaltechnik, Pharma, Maschinenbau und Nanotechnologie, stellt Janssen fest.

Für Walter Fetscherin, Präsident der Handelskammer Schweiz - Russland, bieten die internationalen Sportveranstaltungen wie die Olympischen Spiele in Sotchi 2014, die Eishockey-Weltmeisterschaft 2016 und die Fussball-Weltmeisterschaft 2018 gute Aussichten für Schweizer Unternehmen. Darüber hinaus steige die Kaufkraft der 142 Millionen Russinnen und Russen insbesondere im Finanzsektor.

115 Schweizer Unternehmen in Russland

Das schöne Bild hat aber auch Schattenseiten. Eine grosse Zahl von Unternehmen wird durch die ausufernde Bürokratie, die Korruption, Zollerschwernisse und fehlende Transparenz in Russland abgeschreckt. Anhaltender Stein des Anstosses ist auch die ausstehende Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation WTO.

Derzeit sind rund 115 Schweizer Unternehmen mit 75'000 Beschäftigten in Russland vertreten. Die Direktinvestitionen beliefen sich Ende 2009 auf 6,2 Milliarden Franken. Laut russischen Statistiken lag die Schweiz damit auf Rang sieben unter den ausländischen Investoren im ersten Halbjahr 2010.

Die Schweizer Exporte nach Russland stiegen 2010 auf 2,6 Milliarden Franken. Die russischen Importe in die Schweiz beliefen sich auf eine Milliarden Franken.

SDA/wid

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