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«Longchamp ist die grösste Diva im Land»

Nach der Kritik an Claude Longchamps Trendumfrage für die Ecopop-Initiative bringt sich ein weiterer prominenter Politwissenschafter ins Spiel. Er will den SRG-Auftrag.

Will eigene Abstimmungsumfragen erstellen: Michael Hermann von Sotomo.
Will eigene Abstimmungsumfragen erstellen: Michael Hermann von Sotomo.

Seit Jahren macht Claude Longchamp vor Abstimmungen die Trendumfragen bei Herrn und Frau Schweizer. Die SRG vergibt diesen Auftrag jeweils für eine Legislaturperiode von vier Jahren. Nach dem letzten Abstimmungssonntag ist Longchamps Forschungsinstitut GFS Bern jedoch in die Kritik geraten.

Denn bei der zweiten Trendumfrage drei Wochen vor der Abstimmung sagten 39 Prozent der Befragten, sie würden ein Ja zu Ecopop einlegen. Tatsächlich stimmten gestern aber nur 26 Prozent dafür. Auch bei der Masseneinwanderungsinitiative im Februar wurde die Schweiz vom knappen Ja überrascht, nachdem Longchamps Trendbarometer von einem Nein ausgegangen war.

Mehrere Bewerber für SRG-Auftrag

Wie die NZZ schreibt, kündigt ein weiterer prominenter Politikwissenschafter den Angriff auf Longchamps Umfragemonopol bei der SRG an. Der Vertrag zwischen GFS Bern und der SRG läuft Ende 2015 aus. Michael Hermann sagt gegenüber der Zeitung, er wolle sich mit seiner Forschungsstelle Sotomo für diesen Auftrag bewerben.

Wie Claude Longchamp gegenüber der NZZ sagt, führt die SRG vor der Auftragsvergabe jeweils ein «hartes Assessment» durch, in dem verschiedene Kriterien geprüft würden. Laut der SRG gab es schon beim letzten Mal mehrere Bewerber, Longchamp spricht von sechs Anwärtern. Die SRG sagt in der NZZ, sie sei mit Longchamps Arbeit zufrieden.

Die Forschungsstelle Sotomo von Michael Hermann kritisiert im Artikel zudem, dass in der Schweiz Normen für Umfrageinstitute fehlten. Es sei nicht ideal, dass mit Longchamp eine einzige Person Daten erhebe und sie dann im Fernsehen kommentiere. «Longchamp ist die grösste Diva im Land», so Hermann.

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