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Landesregierung schlägt drei Varianten im Sprachenstreit vor

Der Bundesrat will den Kantonen bei der Einführung von zwei Fremdsprachen in der Primarschule Beine machen. Besonders die zweite Landessprache liegt ihm am Herzen.

Schwierige Einigung: Die politische Schweiz tut sich mit dem Lernen eine zweiten Landessprache schwer. (Archiv)
Schwierige Einigung: Die politische Schweiz tut sich mit dem Lernen eine zweiten Landessprache schwer. (Archiv)
Gaëtan Bally

Im aktuellen Gesetz ist festgeschrieben, dass Schülerinnen und Schüler nach der obligatorischen Schulzeit Kompetenzen in zumindest einer zweiten Landessprache und im Englischen haben müssen. Ab wann und in welcher Reihenfolge die Sprachen gelernt werden müssen, bleibt offen. Auch das zu erreichende Niveau ist nicht definiert.

Keine Sonderregelung für Graubünden und Tessin

Um die zweite Landessprache genauer im Sprachengesetz zu verankern, sieht der Bundesrat in seinem Entwurf drei Varianten vor. In der ersten Variante wird vorgeschrieben, dass der Erwerb einer zweiten Landessprache spätestens ab dem fünften Primarschuljahr beginnen soll. Für Graubünden und das Tessin gibt es keine Sonderregelungen. Auch das Schicksal des Englischen bleibt offen.

Die zweite Variante geht auf das das von den Kantonen 2004 gutgeheissene Harmos-Konkordat zurück. Die erste Fremdsprache sollte ab dem dritten Schuljahr und die zweite ab dem fünften unterrichtet werden. Eine der beiden Sprachen ist eine Landessprache, die andere Englisch.

Die vom Bundesrat bevorzugte dritte Variante legt lediglich fest, dass der Unterricht in der zweiten Landessprache in der Primarschule beginnt und bis Ende der Sekundarstufe I dauern muss.

Parteien bevorzugen Variante 3

Bei den Parteien stossen die Varianten auf unterschiedlichen Anklang. Die SVP will gar nichts wissen von einer Bundesintervention und weist alle drei Vorschläge zurück. Ähnlich ablehnend zeigt sich die FDP. Sie würde aber notfalls die offene dritte Variante befürworten. CVP, BDP und Grünliberale unterstützen ebenfalls diese Variante.

SP und Grüne sprechen sich dagegen für Lösung zwei aus, zeigen sich aber auch für den dritten Vorschlag offen. Alle bisher vorliegenden Parteireaktionen verlangen aber, dass die Kantone selbst einen Ausweg aus dem Sprachenstreit finden.

SDA/fal

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