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Krebserregend – Gefährlicher Malspass für Kinder

Fingerfarben für Kinder geben weiterhin zu Beanstandungen Anlass. Bei einer Kontrolle fielen 60 Prozent der Proben durch.

Unter die Lupe genommen wurden 15 Fingerfarben-Sets, wie das Kantonslabor Basel-Stadt in einem Bericht schreibt. Beanstandet wurden in der gemeinsam mit dem Aargauer Kantonslabor durchgeführten Untersuchung neun Sets.

Zu Kritik Anlass gab bei der diesjährigen Untersuchung der Fingerfarben vorab die fehlende oder ungenügende Deklaration von Konservierungsmitteln. Beanstandungen gab es auch wegen der in Fingerfarben vorgeschriebenen Bitterstoffe, die Kinder davon abhalten sollen, die Finger abzulecken.

Gefährliche Stoffe gar nicht nötig

Erstmals wurden die Fingerfarben dieses Jahr auf zwei weitere Gruppen von Chemikalien untersucht, die in Spielwaren unerwünscht sind. Bei den verbotenen Weichmachern (Phtalate) lagen zwei Sets knapp unter dem Grenzwert.

Bei den krebserregenden Nitrosaminen, für die in der Schweiz ein Minimierungsgebot (kein Grenzwert) gilt, wiesen drei Proben einen Wert auf, der über dem vom Bundesamt für Gesundheit empfohlenen Maximalgehalt liegt. Karzinogene Nitrosamine in Fingerfarben sind jedoch laut dem Basler Kantonslabor «in jedem Fall» vermeidbar.

Meist freiwilliger Rückzug

Wie Studienleiter Urs Hauri auf Anfrage von Redaktion Tamedia sagte, könnten die Hersteller dieser Farben nicht zum Rückzug der Produkte gezwungen werden, weil es sich eben nicht um Grenzwerte, sondern nur um Empfehlungen handelt, diese Stoffe möglichst minimal einzusetzen. In der Regel würden aber die Hersteller die beanstandeten Farben von sich aus zurücknehmen. Um welche Produkte es sich bei den Beanstandungen handelte, und in welchen Läden diese in den Regalen liegen, wollte Hauri nicht sagen.

Immerhin hat sich die Situation gegenüber den Vorjahren verbessert, wie aus dem Bericht hervorgeht: Bei Untersuchungen 2005 und 2006 betrug die Beanstandungsquote noch 93 respektive 88 Prozent. Da auch das Resultat der jüngsten Kontrolle als schlecht beurteilt wird, will das Basler Kantonslabor auch nächstes Jahr Fingerfarben analysieren.

AP/cpm

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