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Jungfrau-Drama: Höhere Entschädigungen

Die Familienangehörigen der Opfer haben nach dem Jungfrau-Drama mehr als nur maximal 40'000 Franken erhalten, wie es zuerst geheissen hatte.

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Die Antwort des Bundesrates auf eine Anfrage von Nationalrat Geri Müller (Grüne/AG) stellt einiges klar: Laut Bundesrat zahlte die Militärversicherung nach dem Unfall an der Jungfrau pro Opfer eine Bestattungsentschädigung von 13'755 Franken aus. Dazu kamen Zahlungen für Transport- und Rettungskosten und Sachschäden sowie eine Genugtuung von 39'000 Franken je Elternteil, von 13'000 Franken je Geschwister und von 7000 Franken für die Freundin.

In zwei Fällen - einmal mit 20'000 und einmal mit 25'000 Franken - wurden ausserdem Berufsausbildungskosten entschädigt. Zusätzlich überwies das Verteidigungsdepartement «im Sinne der versprochenen grosszügigen und unbürokratischen Hilfe» jeder betroffenen Familie pauschal und ohne Rechtspflicht 20'000 Franken.

Mit Respekt und Würde

Der Bundesrat räumt ein, dass mindestens eine Familie erst nach den ersten Radiomeldungen über den Todessturz informiert wurde. Die Medien seien aber ohne Absprache mit der Armee von der Rega informiert worden. Eine Hotline für die Angehörigen habe es von Beginn weg gegeben. Auch hätten die Militärpolizisten den Hergang des Unfalls gekannt, als sie bei den Angehörigen eintrafen.

Die Begräbnisumstände seien mit den Familien abgesprochen worden, hält der Bundesrat fest. Es stimme auch nicht, dass die meisten Leichen nackt in einem Plastiksack nach Hause geschickt wurden. «Die Leichen wurden ordentlich und mit dem entsprechenden Respekt und der gebotenen Würde von den Bestattungsinstituten überführt.»

Kein Angehöriger verhaftet

Falsch ist laut Bundesrat auch die Aussage, Vertreter der Armee hätten die Angehörigen vor Nachforschungen zum Unfallhergang gewarnt, weil sonst die Versicherung Regress nehmen und jenen verantwortlich machen könnte, der den Fehltritt gemacht hat.

Der Bundesrat bestätigt, dass der Bundessicherheitsdienst nach Drohungen eines Angehörigen Massnahmen zum Schutz von VBS-Chef Samuel Schmid ergriffen hat. Das Departement habe darauf keinerlei Einfluss genommen. Zu einer Festnahme oder Verhaftung sei es nicht gekommen. Schmid habe auf einen Strafantrag ausdrücklich verzichtet.

Bei der Inventaraufnahme durch die Kantonspolizei Bern sei keine Armbanduhr erfasst worden, schreibt der Bundesrat weiter. Gemeint ist eine Armbanduhr mit Höhen- und Druckmesser, die verschwunden sein soll, nachdem die Armee die gespeicherten Daten registriert habe.

(SDA)

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