Zum Hauptinhalt springen

Jeder Mieter soll für seinen effektiven Verbrauch zahlen

Wer viel Wasser verbraucht oder die Heizung stark aufdreht, soll dafür bezahlen. Das Bundesamt für Energie will, dass auch in Wohnblocks individuell abgerechnet wird.

Der Zähler am Hauptanschluss von Wohnblocks soll nicht mehr relevant sein, sondern der tatsächliche Wasserverbrauch der Mieter.
Der Zähler am Hauptanschluss von Wohnblocks soll nicht mehr relevant sein, sondern der tatsächliche Wasserverbrauch der Mieter.
Keystone

Mieterinnen und Mieter sollen beim Verbrauch von Wasser und Heizenergie zum Sparen animiert werden. Jeder soll deshalb genau so viel bezahlen, wie er auch verbraucht. Das erhofft sich das Bundesamt für Energie (BFE) von einem gestern präsentierten neuen Abrechnungsmodell für die ganze Schweiz.

Es sei im Interesse der spar­samen Mieter, dass sie weniger ­abgerechnet bekommen, sagte Olivier Meile, Leiter Bereich Gebäudetechnologie im BFE, vor den Medien. «Bei Strom ist man auch daran gewöhnt, dass man zahlt, was man verbraucht.» Da sei es bei Wärme «nur logisch».

Verbrauch variiert stark

In Mehrfamilienhäusern sei der Wärme- und Wasserverbrauch in den einzelnen Wohnungen sehr unterschiedlich und hänge wesentlich vom Verhalten der Bewohner ab, fügte Patrik Lanter hinzu. Er ist Präsident des Schweizerischen Verbands für Wärme- und Wasserkostenabrechnung (SVW), der vom BFE mit der Ausarbeitung des Modells beauftragt wurde.

So variiere der Energieverbrauch für die Heizung in gleich grossen Wohnungen um Faktor 3, beim Wasser gar um Faktor 8. Gemäss einer Untersuchung von Mehrfamilienhäusern des SVW reichten die Kosten pro Wohnung je Energie und Wasser von 687 Franken bis 2032 Franken, bei durchschnittlichen Kosten von 1202 Franken.

Eine verbrauchsabhängige Energie- und Wasserkostenabrechnung schaffe hier Transparenz sowie Gerechtigkeit und «einen Anreiz für den sorgsamen Umgang mit den Ressourcen», sagte Lanter. Das neue Modell, die verbrauchsabhängige Energie- und Wasserkostenabrechnung (Vewa), richtet sich an Abrechnungsfirmen, Baufachleute sowie an Liegenschaftsverwaltungen.

Es soll nach dem Willen des BFE ab sofort bei Neubauten und wärmetechnisch sanierten Gebäuden angewendet werden, wobei es sich aber lediglich um Empfehlungen handelt. Für ältere Gebäude bleiben die bisherigen Abrechnungsmodelle gültig.

Das neue Modell folgt auf zwei ältere Richtlinien zur Abrechnung von Wasser respektive Heizung und Warmwasser. Diese wurden zusammengefasst und laut BFE «zeitgemäss» angepasst. So wurde etwa eine Kältekostenabrechnung integriert. So soll künftig auch die Kühlenergie pro Wohnung einzeln gemessen und abgerechnet werden.

Kein Lageausgleich mehr

Empfohlen wird zudem, dass in neuen Bauten künftig auf einen sogenannten Lageausgleich verzichtet wird. Bislang erhalten Aussenwohnungen einen Rabatt bei den Heizkosten – nach dem Prinzip: gleiche Kosten pro Quadratmeter beheizte Fläche bei gleichem energetischem Verhalten. In modernen Gebäuden sei der Wärmedämmstandard jedoch so hoch, dass auf einen Ausgleich verzichtet werden könne.

Die Darstellung der Abrechnung soll zudem vereinfacht werden. Leicht verständliche Grafiken und Kennzahlen sollen den Bewohnern einen raschen Überblick ermöglichen. Neu ist dabei insbesondere, dass der eigene Verbrauch immer auch im Vergleich zum Durchschnittswert der gesamten Liegenschaft dargestellt wird.

SDA/jw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch