HSG-Professor soll 120'000 Franken zu viel bezogen haben

Neue Details zur Spesenaffäre an der Universität St. Gallen: Ein Wirtschaftsrechtsprofessor soll als einziger überhöhte Spesen bezogen haben.

Die HSG in St.Gallen: Gegen drei Mitarbeiter läuft derzeit eine Untersuchung wegen Verdachts auf Unregelmässigkeiten bei Spesenbezügen. Bild: Keystone

Die HSG in St.Gallen: Gegen drei Mitarbeiter läuft derzeit eine Untersuchung wegen Verdachts auf Unregelmässigkeiten bei Spesenbezügen. Bild: Keystone

Gegen drei Mitarbeiter eines Institus der HSG läuft seit Juni ein Disziplinarverfahren wegen Unregelmässigkeiten bei Spesenbezügen. Universitätsrats-Präsident Stefan Kölliker bestätigte nun in einem Interview mit den Zeitungen des CH-Media-Verbunds, dass ein einzelner Professor zwischen 2014 und 2018 mutmasslich überhöhte Spesen in der Höhe von 100'000 bis 120'000 Franken bezogen hat.

Dabei handelt es sich um einen Wirtschaftsrechtsprofessor. Das Geld verwendete dieser offenbar für Flugreisen, Hotelübernachtungen und Verpflegung. Unklar ist, ob es sich um strafrechtlich relevante Summen handelt. Kölliker sagt zudem, dass nur eine Person überhöhte Spesen bezogen hat.

«Bedeutsamer Fall»

Der Professor ist als Brasilien-Experte bekannt und hält regelmässig Gastvorlesungen in São Paulo. Zudem hat er familiäre Verbindungen in die brasilianische Metropole. Zu den beiden anderen Personen, die von den Untersuchungen betroffen sind, will sich Kölliker laut dem Bericht nicht äussern.

Bei den Spesenbezügen, die nun untersucht werden, handle es sich um einen «bedeutsamen Fall», bewertete Kölliker bereits im Juni. In den letzten zehn Jahren habe es an der Universität keine vergleichbare Untersuchung gegeben. Wer den Missbrauch aufgedeckt hat, sagte der Universitätsrats-Präsident nicht. Es habe «Feststellungen» gegeben, die weitergeleitet worden seien, bis sie das Rektorat und danach ihn selber erreicht hätten.

scl

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