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Heroin-Schmuggler muss elf Jahre hinter Gitter

Ein Transportunternehmer, der 150 Kilogramm Heroin in die Schweiz einführen wollte, ist von einem Gericht im Rheintal verurteilt worden.

Nach einem der grössten Drogenfunde in der Schweiz hat das Kreisgericht Rheintal in Rheineck einen 50-jährigen Türken zu elf Jahren Haft verurteilt. In Anbetracht der transportierten Menge ging das Gericht in seiner Urteilsbegründung von einem schweren Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz aus. Strafmildernd wurde der Umstand bewertet, dass der Mann das Heroin transportiert hatte, es aber nicht zum Verkauf gekommen ist. Zudem ist er nicht vorbestraft. Das Gericht verurteilte den Mann schliesslich zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren, ein Jahr weniger als die Anklage gefordert hatte. Die Verteidigung hatte sieben Jahre beantragt.

Laut Anklage konnten die Hintermänner des Drogendeals trotz aufwändiger internationaler Ermittlungen nicht gefunden werden. Ebenso unbekannt blieben die Abnehmer des Heroins. Bekannt ist lediglich die Reiseroute von Bulgarien via Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich in die Schweiz. Laut eigenen Angaben hätte der Angeklagte für den Transport des Stoffes bei der Ablieferung in der Schweiz 80'000 Franken erhalten.

An der Grenze bei Diepoldsau erwischt

Der türkische Spediteur wollte am frühen Nachmittag des 7. August 2007 mit dem Zugfahrzeug eines Sattelschleppers den österreichisch-schweizerischen Grenzübergang bei Diepoldsau passieren. Ein Schweizer Zollbeamter unterzog den Lastwagen einer näheren Kontrolle und entdeckte 300 Heroinpakete von je einem halben Kilogramm Gewicht. Die Ladung war in einem Hohlraum unter der Schlafstelle in der Fahrerkabine verstaut und mit Brettern abgedeckt worden. Das Heroin hatte laut der kriminaltechnischen Untersuchung ein Reinheitsgehalt von 56 Prozent und ein Gesamtgewicht von 149,1 Kilogramm. Es hätte für über eine Million Konsumeinheiten gereicht. Die Polizei schätzte die Ware auf einen Strassenverkaufswert von rund 40 Millionen Franken.

Der Angeklagte gab an, die militante kurdische Separatistenorganisation PKK habe ihn zum Transport gezwungen. Nachdem sich diese Aussage aber wegen diverser Widersprüche als unglaubhaft erwiesen hatte, gestand er schliesslich ein, den Transport freiwillig ausgeführt zu haben. Sein Unternehmen hätte sich in einer schwierigen finanziellen Situation befunden. Deshalb habe er das Angebot von zwei ihm nicht bekannten Landsleuten in der Türkei angenommen, den Stoff zu transportieren. Er sei aber davon ausgegangen, nur 50 Kilogramm transportieren zu müssen, sagte der Angeklagte vor Gericht aus. Als er sich dann geweigert habe, die 150 Kilogramm mitzunehmen, sei er mit dem Tod bedroht worden. Die Verteidigung begründete ihren Antrag von sieben Jahren mit den glaubhaften Erklärungen des Mannes. Zudem habe dieser keine Erfahrung mit dem Transport von Drogen gehabt. Die Anklage bezeichnete die behaupteten Drohungsvorwürfe als reine Schutzbehauptung.

ap/sda/vin

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