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«Frank A. Meyer hasst mich abgrundtief»

Christoph Blocher richtet happige Vorwürfe an Ringier: Das Medienhaus habe für Bundesräte Reden geschrieben, die im «Blick» danach gelobt worden seien. Der Alt-Bundesrat spricht von «Korruption».

Das Medienhaus Ringier und der frühere Bundesrat Christoph Blocher mögen sich nicht. Das war früher so – und das ist noch heute so. Vor kurzem allerdings haben die gegenseitigen Attacken an Schärfe zugenommen. «Staatsmann wollte er sein. Rechthaber ist er. Prozesshansel wird er», giftelte Publizist Frank A. Meyer jüngst in einer seiner Kolumnen über Blochers Strafanzeige gegen Mitglieder der nationalrätlichen Geschäftsprüfungskommission.

Gut möglich, dass dem angeschlagene SVP-Politiker nach diesen Sticheleien der Kragen geplatzt ist. In einem Beitrag seines Internet-Fernsehens Teleblocher greift er Frank A. Meyer und Ringier frontal an: So seien Reden von Bundesräten im Medienhaus geschrieben worden - ob von Meyer selbst, wisse er nicht. «Am nächsten Tag musste der Blick dann sagen, wie grossartig die Rede gewesen sei», so Blocher im Gespräch mit Matthias Ackeret. Der Inhalt der Ansprachen sei jeweils das Gegenteil gewesen von dem, was der Bundesrat eigentlich hätte sagen sollen. Blochers Urteil: «Das ist Korruption.»

Blocher sollte Ringiers Standpunkte vertreten

Der Oppositionspolitiker hat auch eine Interpretation parat, weshalb er über die Jahre immer wieder Opfer der Kampagnen des Boulevard-Verlags wurde. Der Politiker und Unternehmer erinnert sich, wie Meyer ihn hofiert habe, als er 1979 als junger Parlamentarier nach Bern gekommen sei. Meyer habe ihn damals ins Hotel Bellevue eingeladen - zu einem «unappetitlichen Essen», wie Blocher erklärt: Denn der gut vernetzte Journalist habe ihm eröffnet, er, Blocher, könne mit einer positiven Berichterstattung rechnen, wenn er in der Politik Ringiers Standpunkte vertrete. Auf die Offerte Meyers sei er aber nicht eingegangen und habe stattdessen das Restaurant empört verlassen. Seither werde er von der Ringier-Presse schlecht behandelt.

Für Blocher ist klar: «Meyer hat einen abgrundtiefen Hass auf mich, weil ich nicht mit ihm zusammenarbeite.» Die Presseabteilung des Medienhauses nimmt zu den Vorwürfen auf Anfrage des Weblogs Medienlese.com in knapper Form Stellung. «Journalisten von Ringier schreiben keine Reden für Bundesräte.» Ob das auch in der Vergangenheit so war?

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