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FDP legt auch im Tessin zu – Lega behält beide Sitze

Der Angriff der Grünen auf die Tessiner Regierung ist gescheitert, die bisherige Zusammensetzung bleibt bestehen. SP und CVP verlieren jedoch an Rückhalt.

Musste um seine Wiederwahl zittern: Lega-Vertreter Norman Gobbi spricht an der Jubiläumsfeier der Zeitung «Mattino della Domenica» (22. März 2015).
Musste um seine Wiederwahl zittern: Lega-Vertreter Norman Gobbi spricht an der Jubiläumsfeier der Zeitung «Mattino della Domenica» (22. März 2015).
Keystone

Im Tessin ist die bisherige Zusammensetzung der Regierung vom Wahlvolk bestätigt worden. Der FDP ist es nicht gelungen den zweiten Sitz zurückzuerobern, den sie 2011 an die Lega verloren hatte. Die Lega verliert gegenüber der letzten Wahl, bleibt aber stärkste Kraft.

Die Lega verlor zwei Prozent gegenüber 2011 und lag nach Auszählung aller Gemeinden an der Spitze mit 27,6 Prozent der Stimmen. Lega-Staatsrat Claudio Zali erzielte das bester Ergebnis aller Kandidaten für die Kantonsregierung. Sein Parteikollege Norman Gobbi wurde ebenfalls mit einem soliden Ergebnis im Amt bestätigt. Knapp hinter den «Leghisti» folgte die FDP mit 26,25 Prozent – ein Zuwachs von rund einem Prozent gegenüber 2011.

SP büsst knapp zwei Prozent ein

Sowohl CVP und SP verlieren weiter an Rückhalt bei der Tessiner Wählerschaft: Die CVP lag nach Auszählung aller Stimmen bei 17,54 Prozent. Die Sozialdemokraten büssen knapp zwei Prozent gegenüber den letzten Wahlen ein und liegen bei 14,81 Prozent. Sowohl für Paolo Beltraminelli (CVP) als auch für Manuele Bertoli (SP) reichte das Ergebnis aber aus, um in die Regierung wiedergewählt zu werden.

Die Hoffnungen der Grünen auf einen Sitz in der Exekutive wurden nicht erfüllt. Sie stagnierten bei rund 6,6 Prozent – im Wahlkampf hatte der Grüne Sergio Savoia mit populistischen Parolen um die Wählergunst geworben.

Rein männliche Regierung

Für die FDP folgt im Staatsrat Christian Vitta auf Parteikollegin Laura Sadis, die nicht mehr angetreten war. Er setzte sich knapp gegen den 29-Jährigen Luganeser Stadtgemeinderat und Parteikollegen Michele Bertini durch.

Die nächste Tessiner Regierung wird zudem rein männlich sein. Im Tessin wird keine Frau mehr in der fünfköpfigen Regierung sitzen. Mit einer reinen Männer-Regierung steht der Südkanton landesweit alleine da. Die FDP war bislang mit Laura Sadis im Staatsrat vertreten – die Vorsteherin des Finanzdepartements hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, nicht mehr kandidieren zu wollen.

Höhere Wahlbeteiligung

Im Tessin konnte 2015 das erste Mal per Brief gewählt werden. Die Wahlbeteiligung war höher als noch vor vier Jahren. 62,3 Prozent der Stimmberechtigen gingen an die Urne oder machten vom Briefwahlrecht Gebrauch.

Das Tessin ist der einzige Kanton, in dem die Kantonsregierung nach dem Proporzsystem gewählt wird. Die Parteien treten dabei mit eigenen Listen an. «Überparteiliche Persönlichkeitseffekte» träten deshalb in diesem Systemen in den Hintergrund, schrieb der Politoge Claude Longchamp vom Institut gfs.bern auf seinem Blog.

SDA/rar

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