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Event abgesagt – bekomme ich mein Geld zurück?

Wegen des Coronavirus werden schweizweit Veranstaltungen mit über 1000 Gästen verboten. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Die Veranstalter entscheiden, ob sie den Konsumenten die Tickets zurückerstatten: Leere Ränge im Zürcher Hallenstadion. Foto: Keystone
Die Veranstalter entscheiden, ob sie den Konsumenten die Tickets zurückerstatten: Leere Ränge im Zürcher Hallenstadion. Foto: Keystone

1. Bekomme ich mein Geld fürs Ticket zurück?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Die Veranstalter entscheiden, ob sie den Konsumenten die Tickets zurückerstatten. Beim Engadiner Skimarathon sieht das Reglement beispielsweise vor, dass die Teilnehmer von den 100 bis 140 Franken Startgeld mindestens 16 Franken zurückerhalten. Ob darüber hinaus noch mehr Geld erstattet werden kann, wird laut Geschäftsführer Menduri Kasper derzeit eruiert.

Auch im Fall der Eishockeyspiele, die am Freitag und am Samstag vor leeren Rängen stattfinden, entscheidet jeder Klub selber, wie er mit der Situation umgeht. Beim EHC Biel können bereits gekaufte Billette gegen ein Ticket derselben Preiskategorie für die nächste Saison umgetauscht werden, wie der Club via Twitter mitteilt. Der HC Lugano lässt seinen Fans die Wahl: Entweder sie beantragen innerhalb von 30 Tagen eine Rückerstattung des Ticketpreises – oder sie spenden den Betrag freiwillig an die Jugendsektion des Klubs, welche für einen neuen Teambus sammelt.

Bei Ticketcorner heisst es, die meisten Veranstaltungen würden verschoben, nicht komplett abgesagt. Wird ein Konzert oder ein Sportanlass auf ein neues Datum verschoben, dann behält das Ticket seine Gültigkeit grundsätzlich. Ob die Kunden ihr Geld zurückerhalten, wenn sie am Ausweichtermin keine Zeit haben, ist noch offen.

2. Was sagen Konsumentenschützer?

Die Schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz fordert die Organisatoren von Events auf, kulant zu sein: «Veranstalter müssen Hand bieten zu Lösungen, welche nicht ausschliesslich zulasten der Konsumentinnen und Konsumenten gehen. Es kann nicht sein, dass sie allein für den Schaden geradestehen müssen», so Geschäftsleiterin Sara Stalder.

3. Entschädigt der Bund die Veranstalter?

Nein. Wer nach dem Veranstaltungsverbot auf einem wertlosen Ticket sitzen bleibt, wird nicht durch den Bund entschädigt. Das sagte Innenminister Alain Berset an einer Medienkonferenz am Vormittag. Das Epidemiengesetz sehe keine Haftungsregelung vor, nur eine Härtefallklausel. Wie hoch der Schaden für Veranstalter und Unternehmen ist, können die Behörden nicht abschätzen.

SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr will es nicht dabei bewenden lassen. Sie wird sich dafür einsetzen, dass der Bund die Veranstalter für die finanziellen Folgen des Verbots entschädigt, wie sie auf Twitter schreibt. Die Thurgauerin fragt rhethorisch: «Das Verbot führt engagierte Veranstalter in den finanziellen Kollaps. Ist sich der Bund dieser Verantwortung bewusst?»?

4. Kann ich mich gegen so etwas versichern?

Viele Ticketanbieter bieten eine Annullierungskostenversicherung an. Konsumentenschützerin Sara Stalder rät aber davon ab, solche Ticketversicherungen abzuschliessen, weil im Kleingedruckten oft nicht alle Szenarien abgedeckt seien. Tatsächlich kommt etwa die Annullierungskostenversicherung von Ticketcorner nur dann zum Zug, wenn die versicherte Person beispielsweise krank wird oder verunfallt ist. Sagt der Organisator die Veranstaltung ab, ist eine Rückerstattung hingegen ausgeschlossen.

5. Kann ich mich wehren, wenn mir nicht alles zurückerstattet wird?

Der Konsumentenschutz fordert Betroffene dazu auf, sich per Mail zu melden, falls sie bei den Veranstaltern auf taube Ohren stossen.

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