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Es geht um den letzten Rest Glaubwürdigkeit

Bei der Credit Suisse wurde ein weiterer Topmanager überwacht. In wessen Auftrag, ist unklar. Eine Mitschuld trägt die Bank ohnehin.

Wusste CS-CEO Tidjane Thiam auch in diesem Fall nicht Bescheid? Foto: Ennio Leanza/Keystone
Wusste CS-CEO Tidjane Thiam auch in diesem Fall nicht Bescheid? Foto: Ennio Leanza/Keystone

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang. Laut der «NZZ» soll die Credit Suisse nicht nur Iqbal Khan, den ehemaligen Chef der internationalen Vermögensverwaltung, sondern auch den ehe­maligen Personalchef des Konzerns, Peter Goerke, überwacht haben.

Damit hat die CS ein neues Problem. Woher der neue Überwachungsauftrag kommt, ist unklar. Falls auch dieser aus der CS oder ihr nahestehenden Kreisen kommt, verliert die Bank den letzten Rest Glaubwürdigkeit. Anfang Oktober, als die Grossbank einen Untersuchungsbericht zur Überwachung von Khan vorlegte, beteuerte sie noch, es habe keine andere Über­wachung gegeben. CS-Präsident ­Urs Rohner sagt damals: Die Über­wachung von Khan war ein Einzelfall.

Schon damals tauchte die Frage auf, ob ein so heikler Vorfall ohne das Wissen von Konzernchef Tidjane Thiam ablaufen konnte. Auch er betonte stets, nichts von der Über­wachung von Khan gewusst zu haben.

Lief es also auch dieses Mal unter dem Radar der Chefs? Oder sind die Auftraggeber anderenorts zu suchen? Selbst wenn die Credit Suisse dieses Mal nichts mit der Überwachung zu tun hat – dass sie überhaupt ans Licht kommt, hat sich die Bank selbst zuzuschreiben.

Im Moment deutet alles darauf hin, dass die Belege für den Bericht von der Detektei Investigo gekommen sind. Sie stand bereits hinter der Überwachung von Khan – und wurde danach von der Bank fallen gelassen. Ihr Name kam aus CS-Kreisen an die Öffentlichkeit, so wollten diese von ihrem eigenen Versagen ablenken. Hätte die Bank die Detektive nicht alleine dem medialen Rummel aus­gesetzt und stattdessen die Reihen geschlossen, wäre das neue Material wohl kaum an die Medien gelangt.

Der Bericht der NZZ wirft nun erneut die Frage auf, ob die Überwachung von Khan ein isoliertes Ereignis war. Die Bank selbst gibt sich ahnungslos. Es ist jetzt an der Zeit, Klarheit zu schaffen. Sie muss jetzt erklären, ob sie oder ihre Mitarbeiter etwas mit der Sache zu tun haben. Nur so kann sie ihre Glaubwürdigkeit wiederherstellen.

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