Zum Hauptinhalt springen

EM-Boykott: Die Schweiz will vermitteln

Deutsche Politiker und die EU-Kommission boykottieren die Fussball-EM in der Ukraine. Nun will die Schweiz die Vermittlerrolle einnehmen. Laut Aussenminister Burkhalter könnte Timoschenko hier behandelt werden.

Die Schweiz möchte in die Vermittlerrolle schlüpfen: Aussenminister Didier Burkhalter neben einem Protestplakat gegen die Euro 2012 in der Ukraine.
Die Schweiz möchte in die Vermittlerrolle schlüpfen: Aussenminister Didier Burkhalter neben einem Protestplakat gegen die Euro 2012 in der Ukraine.

Die Schweiz ist bereit, sich für die inhaftierte frühere Regierungschefin der Ukraine, Julija Timoschenko, einzusetzen. «Falls die Parteien – die EU, Deutschland und die Ukraine – eine Vermittlung wollen, dann stehen wir bereit», sagt Aussenminister Didier Burkhalter in den Zeitungen «Der Sonntag» und «NZZ am Sonntag». «Das EDA verfüge bekanntlich über das nötige Wissen und gute Leute für Vermittlungsrollen.

Burkhalter kann sich vorstellen, dass Timoschenko in der Schweiz medizinisch behandelt wird, wie das Parlamentarier gefordert haben. Diesbezüglich stehe «das EDA schon seit ein paar Monaten mit der Ukraine in Kontakt», sagt er.

«Eine menschenrechtskonforme Lösung»

Die medizinische Behandlung von Julija Timoschenko sei dabei nur ein Aspekt einer Lösung, sagt Burkhalter weiter. «Wichtig ist bei dieser Frage, dass wir eine menschenrechtskonforme Lösung finden. Wo Julija Timoschenko behandelt wird, ist sekundär.»

Die parlamentarische Gruppe Schweiz-Ukraine hatte dem Bundesrat vorgeschlagen, den ukrainischen Behörden das Angebot zu unterbreiten, die gesundheitlich angeschlagene Timoschenko in der Schweiz behandeln zu lassen.

«Boykottdrohungen bringen nichts»

Auch Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf zeigte sich gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» bereit für eine Behandlung Timoschenkos in der Schweiz. «Ich bin offen dafür.» Zuständig sei aber Didier Burkhalter, der den Gesamtbundesrat informieren werde.

Dass der Fall Timoschenko nun mit Aufrufen zum Boykott der Fussball-EM in der Ukraine politisch weiteren Zündstoff erhält, missfällt dem Aussenminister. «Ich glaube nicht, dass Boykottdrohungen in dieser Situation viel bringen», sagt er im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Aus diesem Grund schliesse sich die Schweiz dem Boykott nicht an.

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf besucht selbst keine EM-Spiele. «Bundesrat Maurer erhielt vom polnischen Verteidigungsminister eine Einladung, der er Folge leisten wird», sagt sie. In diesem Zusammenhang besucht er das EM-Eröffnungsspiel in Warschau. Für den Final fliegt Maurer aber nicht nach Kiew.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch