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Die neuen Lehrmittel müssen alltagstauglich werden

Redaktor Christoph Aebischer zu den Fremdsprachenlehrmitteln.

Wir sollten uns davor hüten, die Vergangenheit zu verklären. Das gilt auch und insbesondere für die Schule. Französisch lernen hiess Vokabeln büffeln, Verben konjugieren und Grammatik pauken. Spass machte das höchstens eingefleischten Sprachtalenten. Der Rest schickte sich ins Unabwendbare. Wenigstens verlangte selten jemand von uns, Französisch zu sprechen. In den Ferien in Südfrankreich hielt man sich dann lieber an jene, die Deutsch ­redeten. Wer mehr wollte, machte einen Sprachaufenthalt in der Romandie.

Diese Steinzeitdidaktik hat vielen die Lust am Französisch – immerhin unsere zweite Landessprache – genommen. Ge­gen diesen Frust treten die Autoren der neuen Fremdsprachenlehrmittel an. Im Realitätstest wird ihre Vision nun zurechtgestutzt. Das sogenannte Sprachbad, das sie einlaufen liessen, fühlt sich höchstens lauwarm an. Kein Wunder bei den wenigen Lektionen pro Woche, in denen Schülerinnen und Schüler sich darin aufhalten können. Zudem sind längst nicht alle Lehrer mitreissende Vermittler der Sprache Voltaires. Deswegen «Mille feuilles» und «Clin d’œil» abzuschiessen, wie dies etwa im Kanton Baselland eine Volksinitiative zum Ziel hat, wäre aber völlig übertrieben.

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