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Die gefallenen Dorfkönige

Sie veruntreuen, betrügen, bestechen, erpressen – und wurden vom Volk gewählt.

Josef Mattle, Stadtammann Bischofszell TG (3.v.l.) begrüsst am Bahnhof Bischofszell die Gäste zum 125-Jahr-Jubiläum der SBB-Linie Sulgen-Gossau. Am 15. Oktober 2013 hat das Bezirksgericht Weinfelden Mattle vom Vorwurf der ungetreuen Amtsführung im Zusammenhang mit der Tour-de-Suisse-Ankunft 2012 freigesprochen.
Josef Mattle, Stadtammann Bischofszell TG (3.v.l.) begrüsst am Bahnhof Bischofszell die Gäste zum 125-Jahr-Jubiläum der SBB-Linie Sulgen-Gossau. Am 15. Oktober 2013 hat das Bezirksgericht Weinfelden Mattle vom Vorwurf der ungetreuen Amtsführung im Zusammenhang mit der Tour-de-Suisse-Ankunft 2012 freigesprochen.
Regina Kühne, Keystone
Gegen den früheren Bürgermeister von Bissone TI, Ludwig Grosa, ermittelt die Tessiner Justiz wegen Bestechung, Veruntreuung und anderer Delikte. Grosa war als Anführer einer Protestbewegung gegen die aus seiner Sicht ungenügenden Lärmschutzwände in seinem Dorf ins höchste Amt gewählt worden.
Gegen den früheren Bürgermeister von Bissone TI, Ludwig Grosa, ermittelt die Tessiner Justiz wegen Bestechung, Veruntreuung und anderer Delikte. Grosa war als Anführer einer Protestbewegung gegen die aus seiner Sicht ungenügenden Lärmschutzwände in seinem Dorf ins höchste Amt gewählt worden.
Francesca Agosta, Keystone
Nach 25 Jahren im Amt ist Luido Bernasconi im Oktober als Sindaco von Vico Morcote TI zurückgetreten. Die Tessiner Justiz ermittelt gegen ihn wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Bernasconi war bereits früher in die Schlagzeilen geraten, weil er mit seiner Firma Starbus ohne Bewilligung Busfahrten zwischen dem Bahnhof Lugano und dem Mailänder Flughafen Malpensa angeboten hatte.
Nach 25 Jahren im Amt ist Luido Bernasconi im Oktober als Sindaco von Vico Morcote TI zurückgetreten. Die Tessiner Justiz ermittelt gegen ihn wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Bernasconi war bereits früher in die Schlagzeilen geraten, weil er mit seiner Firma Starbus ohne Bewilligung Busfahrten zwischen dem Bahnhof Lugano und dem Mailänder Flughafen Malpensa angeboten hatte.
Karl Mathis, Keystone
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Am Ende blieb die Frage: Hat er eigenmächtig gehandelt oder im Auftrag der Stadt? Durfte der Bischofszeller Stadtammann Josef Mattle einen Vertrag mit dem Tour-de-Suisse-Veranstalter abschliessen und ihm 54'000 Franken aus der Stadtkasse zahlen? «Es war ein Durcheinander, ein absolutes Durcheinander», sagte Pascal Schmid, Präsident des Bezirksgerichts Weinfelden, gestern nach der Verhandlung. Das habe schliesslich zu den wildesten Gerüchten geführt. Die Richter befragten Stadträte, lasen Protokolle, interpretierten Beschlüsse. Eindeutig war die Sache nicht, sie kamen aber zum Schluss: «Der Stadtrat hat nicht ausdrücklich beschlossen, dass Josef Mattle den Vertrag abschliessen soll. Aber es war sein Wille.» Vor allem durfte Mattle davon ausgehen. Deshalb haben ihn die Richter nun vom Vorwurf der ungetreuen Amtsführung freigesprochen.

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