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«Die aktuelle Situation erfordert diese besondere Massnahme»

War das wirklich nötig? Die oberste Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann erklärt, wieso Bund und Kantone jetzt bei Corona so hart durchgreifen.

«Es gab teilweise Probleme bei der zeitgerechten Informationsübermittlung», sagt Heidi Hanselmann. Foto: Keystone
«Es gab teilweise Probleme bei der zeitgerechten Informationsübermittlung», sagt Heidi Hanselmann. Foto: Keystone

Frau Hanselmann, jetzt gilt die «besondere Lage», die mittlere von drei Stufen. Und ein Veranstaltungsverbot. Kam diese neue Lage auf Druck der Kantone zustande, mit gut schweizerischem Druck von unten nach oben? Oder war es der Bund, der die Verantwortung an sich ziehen wollte?

Weder noch. Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit untereinander. Wir haben die Verordnungsvorlage gestern diskutieren können. Wichtige Inputs von uns wurden aufgenommen. Die Situation, wie sie sich jetzt präsentiert, erfordert diese besondere Massnahme. Die Kantone sind sehr gewillt, alles zu tun, damit der Schutz der Bevölkerung gewährleistet werden kann. Das manifestieren Kantone und Bund mit der nun angeordneten Massnahme.

Es gab verhaltene Kritik aus den Kantonen bezüglich Informationsfluss zwischen Bund und Kantonen. Was lief da nicht gut?

Es gab teilweise Probleme bei der zeitgerechten Informationsübermittlung und unterschiedliche Erwartungshaltungen. Das ist bereinigt. Die Kantonsärztinnen und Kantonsärzte sowie die zuständigen Personen beim Bundesamt für Gesundheit tauschen sich inzwischen praktisch täglich aus. Das hat stark zur Verbesserung beigetragen.

Was war das Problem? Haben die Kantonsärzte aus den Medien erfahren, was Sache ist?

Nein, so drastisch würde ich es nicht sagen. Ich selbst war stets sehr gut informiert, ich habe auch einen direkten Draht zum Bundesamt für Gesundheit und zum Bundesrat selbst. Das hilft enorm.

Was läuft nun in den nächsten Stunden?

Wir analysieren die Situation weiter in allen Kantonen. Der Bund macht dasselbe. Es braucht nun einen breiten Blick über das Ganze, um immer wieder beurteilen zu können, ob die getroffenen Massnahmen noch aktuell sind oder ob es Anpassungen braucht.

Wie froh sind Sie über den Umstand, dass es jetzt eine einheitliche Linie gibt? Sprich: Dass nicht ein Kanton ein Fussballspiel verbietet, während in einem anderen gespielt wird?

Es geht hier nicht um froh oder nicht froh sein; es geht um wirkungsvolle und zweckmässige Massnahmen im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung. Das ist das Ziel der Kantone. Wir wollen und müssen den Schutz der Bevölkerung in oberster Priorität gewährleisten. Etwas gegeneinander auszuspielen – das würde nichts bringen.

Sollen Leute mit Symptomen und einem Eigenverdacht auf Corona ohne Arztzeugnis zu Hause bleiben, auch wenn der Arbeitgeber ein Zeugnis ab dem ersten oder zweiten Tag verlangt?

Die Menschen, die direkten Kontakt gehabt haben mit einer potenziell infizierten Person oder die in einem der betroffenen Gebiete waren und Symptome zeigen, die sollen ihren Hausarzt oder die für genau solche Fälle eingerichtete Hotline anrufen. Dort erhalten sie die sachbezogene und korrekte Auskunft.

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