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Das Märchen von der positiven Handelsbilanz

Die Schweiz exportiere mehr nach China als umgekehrt, hiess es lange. Neue Zahlen sprechen aber eine andere Sprache.

Die Schweiz exportiert weniger: Didier Burkhalter und der chinesische Aussenminister Wang Yi in Peking. (25. April 2013)
Die Schweiz exportiert weniger: Didier Burkhalter und der chinesische Aussenminister Wang Yi in Peking. (25. April 2013)
Keystone

Am Donnerstag und Freitag weilt der chinesische Premier Li Keqiang auf Staatsbesuch in Bern. Nach der Vereinbarung über ein Freihandelsabkommen ist die Stimmung zwischen der Schweiz und China bestens. Auf der Website des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wird die einzigartige Handelspartnerschaft hervorgehoben. Als eines der wenigen Länder weise die Schweiz eine positive Handelsbilanz mit der Volksrepublik China aus, steht dort.

Während Jahren unterstrich man beim Bund mit dieser Aussage, dass die Schweiz gegenüber China eine stärkere Position innehat. Doch die Zahlen seien nicht mehr aktuell, schreibt die «Aargauer Zeitung» von heute. Seit zwei Jahren sei die positive Handelsbilanz Geschichte.

China ist wichtigster Partner in Asien

Die Bilanz habe sich vom Positiven zum Negativen gewandelt, nachdem die Zollverwaltung ihre Erhebungsmethode internationalen Standards angeglichen hätte, schreibt die Zeitung. Im Jahr 2012 betrug das Exportvolumen aus der Schweiz nach China 7,823 Milliarden Franken. Im Gegenzug wurden Waren im Wert von 10,28 Milliarden Franken aus China importiert. Nicht nur auf der Website des Aussendepartements sind die Angaben veraltet, sondern auch auf jener der chinesischen Botschaft in der Schweiz.

Die negative Handelsbilanz sei aber nicht entscheidend, zitiert die «Aargauer Zeitung» Kurt Haerri, den Präsidenten der Handelskammer Schweiz - China. Es sei nicht schlimm, dass die Schweiz kostengünstige Konsumgüter wie Spielsachen oder Möbel importiere, findet Haerri. Dadurch steige die Kaufkraft der Konsumenten, und die Detailhändler machten grosse Handelsgewinne.

Seit 2009 gilt China weltweit als führendes Exportland. Als Grossproduzent verdrängte es die jahrelang dominierenden Exportweltmeister USA und Deutschland. Nur gerade 0,2 Prozent seiner Güter exportiert China in die Schweiz. Für Bern aber ist China der wichtigste Handelspartner im asiatischen Raum.

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