Comparis rechnet mit Prämienanstieg von 2 bis 3 Prozent

Der Vergleichsdienst erwartet, dass die Prämien weiter steigen – weil die Patienten immer mehr medizinischen Leistungen beanspruchen.

Im Herbst werden die Prämien für 2020 bekannt, dann heisst es wieder rechnen. Foto: Keystone/Martin Ruetschi

Im Herbst werden die Prämien für 2020 bekannt, dann heisst es wieder rechnen. Foto: Keystone/Martin Ruetschi

Der Internetvergleichsdienst Comparis.ch erwartet, dass die Prämien für die Grundversicherung der Krankenkassen 2020 um zwei bis drei Prozent steigen. Kosten- und Prämientreiber seien nicht die Preise, sondern die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen, schrieb Comparis.

Gesenkte Preise oder Tarife verpufften angesichts der zunehmenden Menge an Leistungen für die Patientinnen und Patienten, hiess es in der Mitteilung vom Dienstag. Comparis kritisierte den «Tarmed-Dschungel» bei der Abrechnung von ambulanten Leistungen.

Ärzte und Spitäler könnten «die besseren Tarifpositionen bei der Fakturierung nutzen und die schlechteren vermeiden», liess sich Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von Comparis, zitieren. Die Kassen könnten nicht kontrollieren, ob die Tarifpositionen auf den Rechnungen den tatsächlichen Leistungen entsprächen.

Effekt der Preissenkungen bei Medikamenten verpufft

Auch der Effekt der Preissenkungen bei Medikamenten verpufft laut Comparis. Von Jahr zu Jahr werde mehr für teure Medikamente ausgegeben. Comparis hat ausgerechnet, dass jeder fünfte Franken gegen Krebs für Medikamente ausgelegt wird, die noch nicht zugelassen sind oder die nicht auf der Spezialitätenliste stehen.

Nachhaltige Wirkung zeigen dagegen in den Augen von Schneuwly die Fallpauschalen für stationäre Behandlungen im Spital und dass bestimmte Eingriffe statt stationär ambulant vorgenommen werden.

Er hält es allerdings für unabdingbar, dass ambulante und stationäre Leistungen einheitlich finanziert werden. Heute werden ambulante Behandlungen von den Krankenkassen vergütet.

Bei stationär erbrachten Behandlungen von Spitälern übernehmen die Kantone 55 Prozent der Kosten. Die Gesundheitskommission des Nationalrates hat kürzlich eine Vorlage zur einheitlichen Finanzierung von stationären und ambulanten Behandlungen verabschiedet.

anf/sda

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